EU-Kommunal

Für den eiligen Leser

Nr. 03/ 2019

Inhalt
1. Öffentliche Urkunden – Anerkennung ......................................................................... Die Anerkennung von öffentlichen Urkunden im EU Ausland ist ...................................... erleichtert worden. ........................................................................................................................ 3
2. Bürgerinitiative – Verbesserung ................................................................................... Die Teilnahme an einer europäischen Bürgerinitiative soll vereinfacht ............................ und erweitert werden. ................................................................................................................... 3
3. Hetze im Netz ................................................................................................................ Der Verhaltenskodex gegen Hetze im Netz zeigt Wirkung. ................................................... 4
4. Falschinformationen im Netz ........................................................................................ Die Online-Plattformen enttäuschen bei der Abwehr von ................................................. Falschinformationen im Netzt. .................................................................................................... 5
5. Lobbytransparenz ......................................................................................................... EU-Abgeordnete müssen künftig Treffen mit Lobbyisten offenlegen. .................................. 6
6. Integration – EU Vergleich ........................................................................................... Es gibt einen internationalen Vergleich der Integrationsergebnisse ................................. von Zuwanderern und ihren Kindern. ........................................................................................ 6
7. Integration von Schülern – EU Vergleich ..................................................................... Es gibt einen Bericht zur Integration von Migrantenschülern in Europa. ............................. 7
8. Altersvorsorge – „EU Rente“ ....................................................................................... Die Verbraucher sollen künftig europaweit auf eine „EU Rente“ einzahlen ...................... können. ........................................................................................................................................... 7
9. Hausangestellte – Rechte ............................................................................................. Auch Hausangestellte erhalten ein Grundpaket an durchsetzbaren Rechten. ................... 8
10. EU Wasserpolitik – Umsetzungsberichte ................................................................ Es gibt aktuelle Berichte zur Umsetzung der Wasserrahmen- und der Hochwasserrichtlinie. ............................................................................................................... 9
11. Wiederverwendung von Abwasser ........................................................................... Das Plenum stimmte für einheitliche Kriterien bei der Wiederverwendung von Abwasser. ................................................................................................................................ 10
12. CO2-Vorgaben für Pkw .............................................................................................. Für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge gibt es ab 2030 ........................... strengere CO2-Grenzwerte. .................................................................................................. 11
13. CO2-Vorgaben für LKWs .......................................................................................... In der EU wird es künftig erstmals CO2-Vorgaben für schwere .................................... Nutzfahrzeuge geben. ............................................................................................................ 12
14. Stickoxid-Grenzwerte – unverändert ........................................................................ Der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel ..................... ist und bleibt EU-weit verbindlich. ........................................................................................ 12
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15. Kfz-Haftpflichtversicherung ...................................................................................... Das Parlament will den Schutz der Opfer von Verkehrsunfällen verbessern. .............. 13
16. Straßenverkehrsinfrastruktur ................................................................................... Die Sicherheitsvorschriften des strategischen Straßennetzes der EU .......................... (TEN-V) werden auf Autobahnen und andere Hauptverkehrsstraßen .......................... ausgeweitet.............................................................................................................................. 13
17. Tiertransporte ........................................................................................................... Das Parlament fordert verstärkte Kontrollen bei Tiertransporten. ................................... 14
18. Energiepreise ............................................................................................................. Deutschland ist bei den Strompreisen Spitzenreiter in der EU. ...................................... 16
19. Erneuerbare im Aufschwung .................................................................................... Der Anteil erneuerbarer Energien in der EU ist auf 17,5% gestiegen. ........................... 17
20. Energieverbrauch steigt ............................................................................................ Der Energieverbrauch in der EU ist 2017 ist um 1% gestiegen. ..................................... 17
21. Gasleitungen - grenzüberschreitend ....................................................................... Auch Gasleitungen aus Drittstaaten unterliegen künftig den europäischen .................. Energie- und den Wettbewerbsregeln. ................................................................................ 17
22. Plastikabfall und Recyclingquote steigen ................................................................ Bis zum Jahr 2030 werden weltweit der Kunststoffabfall und die ................................. Recyclingquote steigen. ......................................................................................................... 18
23. Landwirte – Krisenhilfen ........................................................................................... Die Obergrenze für nationale Krisenhilfen im Agrarsektor wird spürbar ....................... angehoben. .............................................................................................................................. 19
24. Ökoflächen ................................................................................................................. In der EU nehmen die ökologisch bewirtschafteten Flächen zu. .................................... 19
25. Regionales BIP 2017 .................................................................................................. Eurostat hat die führenden Regionen in der Rangfolge des regionalen ........................ BIP pro Kopf veröffentlicht. ................................................................................................... 20
26. Gesundheitszustand von Kindern ............................................................................ Der Gesundheitszustand von über 95% der Kinder in der EU gilt als gut ..................... oder sehr gut. .......................................................................................................................... 20
27. Städtepartnerschaften ................................................................................................ Kommunale Städtepartnerschaften sind Thema einer Seminarveranstaltung ............... in Bonn. ................................................................................................................................... 21
28. Vergabeformulare – Konsultation .............................................................................. Die digitalen Standardformulare für die Vergabe öffentlicher Aufträge ......................... sollen aktualisiert werden. ..................................................................................................... 21
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1. Öffentliche Urkunden – Anerkennung Die Anerkennung von öffentlichen Urkunden im EU Ausland ist erleich-tert worden.
Denn am 16. Februar 2019 traten neue EU-weite Regeln in Kraft, die verschie-dene Verwaltungsverfahren abschaffen. So ist der Echtheitsvermerk und damit das aufwendige Anerkennungsverfahren (Apostille) sowie der damit verbun-dene Kosten- und Verwaltungsaufwand entfallen. Die erleichterte Anerkennung betrifft u.a. Urkunden über Geburt, Eheschließung, Abstammung, Wohnsitz, Staatsangehörigkeit und Vorstrafenfreiheit. Wenn Zweifel an der Echtheit einer Urkunde bestehen, kann bei der ausstellenden Behörde über eine IT-Plattform eine Nachprüfung erfolgen. Die EU Bürger müssen auch nicht mehr in jedem Fall eine beglaubigte Kopie und eine beglaubigte Übersetzung ihrer Urkunden vorlegen. Denn künftig werden in allen EU-Sprachen Standardformulare zur Verfügung gestellt, die die entsprechenden nationalen Dokumente begleiten und Übersetzungen erübrigen. Aber nicht alle Standardformulare werden in al-len Mitgliedstaaten ausgestellt. Die Bürger können auf dem E-Justiz-Portal prü-fen, welche Formulare in ihrem EU-Land ausgestellt werden. Behörden können die Formulare vom E-Justiz-Portal herunterladen und verwenden.
Die neuen Regeln gelten nur für den Nachweis der Echtheit der öffentlichen Urkunden, bedeuten jedoch nicht die Anerkennung von deren Rechtswirkung außerhalb des EU-Landes, in dem sie ausgestellt wurden. Diese Anerkennung unterliegt weiterhin dem nationalen Recht, in dem die betreffende Person das Dokument vorlegt.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2GHZdAG
➢ Verordnung https://bit.ly/2TReEue
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2. Bürgerinitiative – Verbesserung Die Teilnahme an einer europäischen Bürgerinitiative soll vereinfacht und erweitert werden.
Bislang sind die Anforderungen in Bezug auf die Einreichung einer Europäi-schen Bürgerinitiative und das Sammeln der Unterstützungsbekundungen rela-tiv kompliziert. Parlament und Rat haben sich daher u.a. auf folgende Verbes-serungen der gesetzlichen Anforderungen geeinigt:
• Die Organisatoren erhalten in jedem Mitgliedstaat Kontaktstellen, um die Zu-sammenarbeit der Teilnehmer zu erleichtern.
• Die Übersetzung von Initiativen und deren Anlagen in alle EU-Sprachen.
• Es wird eine Online-Kooperationsplattform zur Verfügung gestellt, die Bera-tung anbietet und für Gleichgesinnte Kontaktaufnahmen ermöglichen.
• Es wird ab 2020 ein kostenloser Dienst für die Sammlung von Unterschriften per Online bereitgestellt.
• Alle EU-Bürger können unabhängig von ihrem Wohnort jede Initiative unter-stützen.
• Die Initiativen haben nach der Registrierung statt der bisherigen 3 fortan 6 Monate Zeit, mit der Sammlung der vom Gesetz geforderten eine Million Un-terstützerunterschriften zu beginnen.
• Für erfolgreiche Initiativen ist eine umfassendere öffentliche Anhörung vor-gesehen.
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Die vorläufige Einigung muss noch förmlich von Parlament und Rat angenom-men werden. Die Verordnung soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten.
➢ Pressemitteilung 12.12.2018 https://bit.ly/2TNbuYv
➢ Pressemitteilung 13.12.2018 (Englisch) https://bit.ly/2TNbTdt
➢ Pressemitteilung Vertretung Deutschland http://bit.ly/2ratKO2
➢ Grundlagen https://bit.ly/2tog43y
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3. Hetze im Netz Der Verhaltenskodex gegen Hetze im Netz zeigt Wirkung.
Nach der am 4. Februar 2019 vorgelegten vierten Bewertung des EU-Verhal-tenskodexes reagieren IT-Unternehmen immer schneller auf rassistische und fremdenfeindliche Online-Hetze.
• Die Unternehmen beurteilen mittlerweile 89% der gemeldeten Inhalte inner-halb von 24 Stunden und entfernten fast 72% aller Hetze aus dem Netz, die ihnen von den Nichtregierungsorganisationen und öffentlichen Stellen ge-meldet werden.
• In schwerwiegenderen Fällen, wie Aufruf zu Mord oder zu anderen Gewalt-taten an Angehörigen bestimmter Gruppen, liegt der durchschnittliche Anteil der entfernten Inhalte bei 85,5%.
• Inhalte, die den Holocaust leugnen, werden in 75% der Fälle aus dem Netz genommen.
• Inhalte mit herabwürdigenden, diffamierenden Begriffen oder Bildern zu be-stimmten sozialen Gruppen oder Angehörigen dieser Gruppen werden in 58,5% der Fälle entfernt.
Insgesamt scheint die Praxis zu betätigen, dass die Unternehmen bei der Über-prüfung die Meinungsfreiheit angemessen berücksichtigen und sie beim Entfer-nen von Inhalten nicht über das Ziel hinausschießen. Wenn 70% bis 80% der gemeldeten Inhalte tatsächlich aus dem Netz entfernt werden, gilt dies als zu-friedenstellend, da nicht alle von Nutzern gemeldeten Inhalte als illegal zu wer-ten sind.
Noch immer werden die Nutzer aber nicht vollständig über die Ergebnisse ihrer Meldungen informiert: Im Schnitt erhielten im Vergleich zum Vorjahr etwas we-niger Meldungen ein Feedback (65,4% gegenüber 68,9%). Facebook ist die ein-zige Plattform, die allen Nutzern systematisch Feedback gibt, andere Plattfor-men Erreichen dieses Niveau noch nicht (Twitter: 60,4%, Instagram: 41,9%, Y-ouTube: 24,6%).
Dem im Mai 2016 mit Facebook, Microsoft, Twitter und YouTube vereinbarte Verhaltenskodex gegen die Verbreitung rassistischer und fremdenfeindlicher Hetze im Internet haben sich 2018 Google+, Instagram, Snapchat und Dailymo-tion angeschlossen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2Teo71J
➢ Fragen zur 4. Bewertung https://bit.ly/2Tkczd8
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4. Falschinformationen im Netz Die Online-Plattformen enttäuschen bei der Abwehr von Falschinformati-onen im Netzt.
Sie erfüllen nur mangelhaft ihre Verpflichtungen aus dem Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinformation. Nach dem Verhaltenskodex konnte die Kom-mission im Januar 2019 detaillierte Informationen von Facebook, Google und Twitter erwarten, was diese bis dato zum Schutz der Europawahlen veranlasst haben. Dabei geht es insbesondere um Überwachung der Fortschritte bei der Prüfung von Werbeplatzierungen, der Transparenz politischer Werbung, der Schließung von Scheinkonten und der Kennzeichnung automatisierter Bots. Nach den Berichten, die von diesen Unternehmen der Kommission vorgelegt worden sind, wurde nach Überprüfung u.a. festgestellt, dass
• die Berichte zu wenig Informationen über die tatsächlichen Ergebnisse der bereits ergriffenen Maßnahmen enthalten und
• die Plattformen keine spezifischen Benchmarks ermittelt haben, die die Fort-schritte in der EU nachvollziehen und messen ließen.
Wörtlich: „Wir drängen darauf, dass Facebook, Google und Twitter in allen Mit-gliedstaaten mehr tun, damit die Integrität der Wahlen zum Europäischen Par-lament im Mai 2019 gewährleistet ist. Darüber hinaus legen wir den Plattformen nahe, ihre Zusammenarbeit mit Faktenprüfern und Forschern zu verstärken, um Desinformationskampagnen aufzudecken und auf Fakten geprüfte Inhalte bes-ser sichtbar zu machen und zu verbreiten.“ Im Einzelnen wird die Kritik von der Kommission in einer Mängelliste wie folgt zusammengefasst (wörtlich):
• Facebook hat keine Ergebnisse im Hinblick auf Tätigkeiten vorgelegt, die im Januar in Bezug auf die Prüfung von Werbeplatzierungen durchgeführt wur-den. Es hatte zuvor ein europaweites Archiv für politische und themenbezo-gene Werbung angekündigt, dass im März 2019 zur Verfügung stehen soll. Der Bericht enthält aktuelle Informationen zu Eingriffen aus Drittländern in EU-Mitgliedstaaten, liefert jedoch keine Zahlen über Scheinkonten, die we-gen gezielter böswilliger Handlungen gegen die Europäische Union ge-schlossen wurden.
• Google hat Daten zu Maßnahmen übermittelt, die im Januar ergriffen wur-den, um Werbeplatzierungen in der EU zu überprüfen, aufgeteilt nach Mit-gliedstaaten. Allerdings sind die übermittelten Parameter nicht spezifisch ge-nug und den Daten ist nicht zu entnehmen, in welchem Umfang Maßnahmen zur Bekämpfung von Desinformation oder anderer Praktiken (z. B. irrefüh-render Werbung) ergriffen wurden. Am 29. Januar veröffentlichte Google eine neue Strategie für „Wahlwerbung“ und wird mit der Veröffentlichung ei-nes Berichts über die Transparenz politischer Werbung beginnen, sobald Werbetreibende solche Werbung schalten. Google hat keine Nachweise für die konkrete Umsetzung seiner Strategie bezüglich der Integrität der Dienste für den Monat Januar erbracht.
• Twitter hat keine Parameter in Bezug auf seine Verpflichtungen zur Verbes-serung der Prüfung von Werbeplatzierungen vorgelegt. Im Hinblick auf die Transparenz politischer Werbung erklärte Twitter im Gegensatz zu den An-kündigungen im Umsetzungsbericht vom Januar, dass es erst im nächsten Bericht über den Monat Februar darauf eingehen werde. Was die Integrität der Dienste betrifft, so fügte Twitter fünf neue Zusammenstellungen von Konten – darunter zahlreiche Konten aus Drittstaaten – zu seinem öffentlich zugänglichen und durchsuchbaren Archiv für potenzielle Eingriffe aus Dritt-staaten hinzu, liefert aber keine Parameter zur Messung von Fortschritten.
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Die vorgelegten Berichte erfassen den Monat Januar. Die Berichte über die im Februar durchgeführten Tätigkeiten werden im März 2019 veröffentlicht. Auf dieser Grundlage wird die Kommission überprüfen können, ob die Integrität der Wahlprozesse im Vorfeld der Wahl zum Europäischen Parlament durch wirk-same Strategien sichergestellt ist.
➢ Pressemitteilung 28.2.2019 https://bit.ly/2EqlQqu
➢ Berichte der Plattformen 28.2.2019 https://bit.ly/2EqlQqu
➢ Kodex gegen Falschinformationen (Englisch) https://bit.ly/2xEjvpw
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5. Lobbytransparenz EU-Abgeordnete müssen künftig Treffen mit Lobbyisten offenlegen.
Durch Änderung der Geschäftsordnung (Art. 11a Abs.3) hat das Parlament fest-gelegt, dass die Hauptakteure des Gesetzgebungsverfahrens – Abgeordnete, die als Berichterstatter, Schattenberichterstatter und Ausschussvorsitzende fungieren –alle geplanten Treffen mit Interessenvertretern, die in den Geltungs-bereich des Transparenzregisters fallen, im Internet veröffentlichen müssen. Diese Praxis gilt bereits seit 4 Jahren für EU-Kommissare. Andere Mitglieder des Europäischen Parlaments sind ebenfalls angehalten, ihre Treffen mit Inte-ressenvertretern freiwillig online zu veröffentlichen. Die Website des EU-Parla-ments soll entsprechend angepasst werden.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2tFthp6
➢ Geschäftsordnung https://bit.ly/2IDxzHQ
➢ Transparenzregister https://bit.ly/1TSdGL3
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6. Integration – EU Vergleich Es gibt einen internationalen Vergleich der Integrationsergebnisse von Zuwanderern und ihren Kindern.
Für Deutschland enthält die Studie (Daten für 2017) u.a. folgende Aussagen:
• Die Erwerbssituation für Zuwanderer hat sich positiv entwickelt. So ist bei der Gruppe der im Ausland Geborenen die Beschäftigungsquote zwischen 2006 und 2017 von 59% auf über 67% gestiegen.
• Auch im Bereich Bildung gibt es einen positiven Trend. Zwar liegt der Anteil der Hochqualifizierten (Fachhochschul-/Hochschulstudium, höhere berufli-che Bildung) unter den Zuwanderern mit 23% deutlich unter dem EU-Schnitt. Bei Neuzuwanderern (Menschen, die weniger als zehn Jahre im Land sind) liegt der Anteil allerdings bei 30% und damit auch über dem Wert der im Inland geborenen Bevölkerung.
• Bei den in Deutschland geborenen Kindern hat sich die Lesekompetenz der 15-jährigen deutlich und im OECD-Vergleich überdurchschnittlich verbes-sert und der Anteil der 15- bis 34-jährigen, der weder in Ausbildung noch in Beschäftigung ist, liegt mit 10% so niedrig wie in keinem anderen EU-Land.
• Unter den 25- bis 34-Jährigen mit Migrationshintergrund ist der Anteil der Hochqualifizierten (Fachhochschul-/Hochschulstudium, höhere berufliche
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Bildung) in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, lag aber 2017 mit 17% so niedrig wie in keinem anderen OECD-Land.
2017 lebten in Deutschland knapp 13 Millionen Menschen, die im Ausland ge-boren sind. Das entspricht rund 16% der Gesamtbevölkerung. Damit liegt Deutschland im OECD-Vergleich im oberen Mittelfeld. 22% der Zuwanderer lebt weniger als fünf Jahre in Deutschland. Auch dieser Wert liegt über dem OECD-Schnitt.
➢ Deutschland https://bit.ly/2ExUmAP
➢ Studie https://bit.ly/2EfpOm0
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7. Integration von Schülern – EU Vergleich Es gibt einen Bericht zur Integration von Migrantenschülern in Europa.
Der vom Eurydice Netzwerk im Januar 2019 veröffentlichte Bericht enthält eine vergleichende Darstellung der nationalen Politiken und Maßnahmen sowohl be-züglich von Aspekten der allgemeinen (Primar- und Sekundarstufe) wie auch der beruflichen Bildung und umfasst dabei Informationsmaterial zu mehr als 35 nationalen Bildungssystemen. U.a. wird in dem Bericht anhand von zehn aus-gewählten Bildungssystemen analysiert, darunter für Deutschland Branden-burg, in welcher Weise die Schulen im konkreten Unterrichtsgeschehen mit der unterschiedlichen Herkunft von Schülern, insbesondere in den Bereichen Spracherwerb und interkulturelle Erziehung, umgehen.
➢ Pressemitteilung (Englisch) https://bit.ly/2VnVLzg
➢ Bericht (Englisch, 196 Seiten) https://bit.ly/2ASilZ5
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8. Altersvorsorge – „EU Rente“ Die Verbraucher sollen künftig europaweit auf eine „EU Rente“ einzahlen können.
Parlament und Rat haben sich am 12. Dezember 2018 im Kompromiss auf das von der Kommission vorgeschlagene europaweite private Altersvorsorgepro-dukt (pan-European pension product = PEPP) geeinigt. Damit wird eine neue Kategorie privater Altersvorsorge geschaffen, die die gesetzliche, betriebliche und nationale Altersvorsorge ergänzt. Nach der neuen Regelung werden PEPPs die gleichen Standardmerkmale aufweisen, wo auch immer sie verkauft werden. Sie werden von einem breiteren Spektrum von Anbietern, vor allem von Versicherungsunternehmen, Banken, betrieblichen Pensionsfonds, Investment-firmen und Vermögensverwaltern angeboten. PEPPs bieten folgende Vorteile für die Sparer:
• Sie können zwischen einer sicheren Standard-Anlageoption und Optionen mit verschiedenen Risikoprofilen wählen.
• Es wird gewährleistet, dass sie über die Eckpunkte eines PEPP informiert sind.
• Sie haben das Recht, spätestens fünf Jahre nach Vertragsabschluss oder nach dem letzten Anbieterwechsel einen anderen Anbieter – im eigenen Land oder in einem anderen Mitgliedstaat – zu wählen. Sie können aber
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auch öfter wechseln, wenn der PEPP-Anbieter zustimmt. Dabei sind die Ge-bühren gedeckelt.
• Sie können auch nach einem Umzug in einen anderen Mitgliedstaat weiter Beiträge für ihr PEPP zahlen.
Die neue Verordnung muss vom Parlament und Rat noch förmlich angenom-men werden.
Die Attraktivität der PEPP dürfte ganz wesentlich von der nationalen steuerli-chen Behandlung der Einzahlungen abhängen. Daher hatte die Kommission gleichzeitig mit ihrem Vorschlag am 29.6.2017 in einer Empfehlung den Mit-gliedstaaten nahegelegt, den PEPPs dieselbe steuerliche Vergünstigung zu-kommen zu lassen, wie vergleichbaren nationalen Produkten, selbst wenn das PEPP die hierfür auf nationaler Ebene geltenden Kriterien nicht gänzlich erfül-len. So auch die Kommission in dem Erwägungsgrund 69 zum Verordnungsent-wurf. Im Kompromisstext ist der Erwägungsgrund 69 des KOM-Vorschlags ge-strichen worden.
➢ Pressemitteilung Rat 13.2.2019 https://bit.ly/2EjXZsM
➢ Pressemitteilung Kommission 11.2.2019 https://bit.ly/2GQkqt1
➢ Kompromisstext (Englisch) https://bit.ly/2BW9JkF
➢ Kommissionsvorschlag 29.6.2017 https://bit.ly/2EkQUbh
➢ Empfehlung – Besteuerung 29.6.2017 (Englisch) https://bit.ly/2Nvsn7J
➢ Zum Kompromiss umfassend https://bit.ly/2Ub3iRT
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9. Hausangestellte – Rechte Auch Hausangestellte erhalten ein Grundpaket an durchsetzbaren Rech-ten.
Das sieht eine neue Richtlinie über transparente und verlässliche Arbeitsbedin-gungen – sog. atypische Arbeitsverträge - vor, auf die sich Parlament und Rat am 7. Februar 2019 geeinigt haben. Das Grundpaket gilt insbesondere auch für die wachsende Zahl von Menschen, die in neuen Beschäftigungsverhältnissen tätig sind, wie „Flexi-Jobs“, geringfügig Beschäftigte oder solche mit ganz kur-zen Arbeitsverträgen, Arbeit auf Abruf und Arbeit auf der Grundlage von Gut-scheinen. Das Grundpaket sieht folgendes vor:
• Alle Arbeitnehmer – unabhängig davon, wie lange ihr Vertrag läuft und wie viele Stunden sie arbeiten – müssen von Beginn ihres Beschäftigungsver-hältnisses an vom Arbeitgeber informiert werden, welche Rechte und Pflich-ten sie haben.
• Die Arbeitnehmer haben das Recht, mit ihrem Arbeitgeber zu vereinbaren, in welchem Zeitraum sie sich bereithalten müssen und wie lange vorher der Arbeitgeber ihnen Bescheid geben muss.
• Arbeitnehmer mit Abrufarbeitsverträgen dürfen nicht mehr entlassen wer-den, wenn sie sich weigern, sehr kurzfristig zur Arbeit zu kommen.
• Arbeitgeber dürfen Beschäftigten mit Nullstundenverträgen nicht mehr un-tersagen, eine zusätzliche Beschäftigung bei einem anderen Arbeitgeber aufzunehmen.
Die neue Richtlinie muss noch formal vom Parlament und Rat beschlossen wer-den.
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In der Begründung des Richtlinienvorschlags bezieht sich die Kommission aus-drücklich auf die Entschließung des Parlaments vom 4. 7.2017 zu Arbeitsbedin-gungen und prekären Beschäftigungsverhältnissen. Darin hatte das Parlament u.a. eine Richtlinie über menschenwürdige Arbeitsbedingungen für alle Formen der Erwerbstätigkeit gefordert, um neuen Beschäftigungsformen Rechnung zu tragen.
In den letzten Jahren wurde mit jedem vierten Arbeitsvertrag ein atypisches Be-schäftigungsverhältnis geschlossen; unter diesen Oberbegriff fallen alle ande-ren als unbefristete Vollzeit-Arbeitsverhältnisse, wobei das Spektrum von der „klassischen“ Teilzeit bis hin zu Arbeit auf Abruf ohne eine garantierte Stunden-zahl reicht. Dabei geht es um etwa 200 Millionen Arbeitnehmer in der gesamten EU.
➢ Plenum 4.7.2017 http://bit.ly/2AIIIxM
➢ Kommission 7.2.2019 https://bit.ly/2EjFkgx
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10. EU Wasserpolitik – Umsetzungsberichte Es gibt aktuelle Berichte zur Umsetzung der Wasserrahmen- und der Hochwasserrichtlinie.
Die Kommission kommt dabei zu dem Ergebnis, dass zur Umsetzung des Was-serrechts in den Mitgliedstaaten noch viel zu tun ist. Wörtlich:“ Zwar seien die Berichte besser als beim letzten Berichtszyklus ausgefallen und auch die Was-serqualität erhöhe sich langsam - dank der Behandlung von kommunalem Ab-wasser, der geringeren Verschmutzung durch die Landwirtschaft und einer grö-ßeren Anzahl von Flüssen und Seen, die in einen natürlicheren Zustand zurück-kehren. Aber es gebe in der gesamten EU nach wie vor "Probleme mit chemi-scher Verschmutzung und übermäßiger Wasserentnahme". Das hat erhebliche negative Folgen für die Qualität der Gewässer und des Wassers. Und die Mit-gliedstaaten tun lange nicht genug dafür, diesen Trend umzukehren. (Zitat-ende)“ Die nach den einzelnen Mitgliedstaaten aufgeschlüsselten Berichte über Flussgebietsbewirtschaftungspläne und die Hochwasserrisikomanagement-pläne enthalten neben einer umfangreichen Darstellung auch Empfehlungen an die Mitgliedstaaten. Deutschland wird folgendes empfohlen:
Hinsichtlich der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (2000/60/EG)
• Verbesserung der Trendüberwachung aller relevanten Stoffe in allen Fluss-gebietseinheiten (FGE), sodass eine hinreichende zeitliche Auflösung und räumliche Abdeckung gewährleistet ist.
• Verbesserung der Begründung der Inanspruchnahme der Ausnahmen nach Artikel 4 Absätze 4 und 5, insbesondere der Begründung unverhältnismäßi-ger Kosten.
• Vollständige Durchführung einer umfassenden Beurteilung der Defizite im Hinblick auf die Schadstoffbelastung aus landwirtschaftlichen diffusen Quel-len in allen Gewässern aller FGE und direkte Verknüpfung der Ergebnisse mit Minderungsmaßnahmen. Es sind weitere Maßnahmen erforderlich, um die Verschmutzung durch Nitrate aus landwirtschaftlichen Quellen zu ver-hindern.
• Erwägung der Erarbeitung von Dürremanagementplänen für Gebiete mit ei-nem erhöhten Dürrerisiko.
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Hinsichtlich der Umsetzung der Hochwasserrichtlinie (2007/60/EG)
• Erarbeitung messbarer Ziele (Zeitrahmen, Indikatoren) und Festlegung kla-rer Kriterien für signifikante nachteilige Auswirkungen von Überschwem-mungen.
• Ausführlichere Beschreibung der Maßnahmen in den Plänen, darunter auch des Umfangs ihres Beitrags zu den Zielen und ihrer Finanzierung.
• Erläuterung der Auswahl und Priorisierung der vorgeschlagenen Maßnah-men, indem beispielsweise dargelegt wird, wie die unterschiedlichen Ein-flussfaktoren bei den Entscheidungen gewichtet wurden, einschließlich der Kosten-Nutzen-Analyse, der Wirksamkeit und des Klimawandels.
• Gewährleistung der Koordinierung mit der nationalen Strategie zur Anpas-sung an den Klimawandel.
Im Ergebnis stellt die Kommission fest, dass eine Reihe von Mitgliedstaaten durchaus die "richtigen politischen Maßnahmen ergriffen und eine Reihe von Investitionen getätigt" haben, aber das nicht ausreiche, um die Wasserqualität in vielen Flussgebieten zügig zu verbessern. Die meisten Grundwasserkörper hätten zwar einen guten Zustand erreicht, aber weniger als die Hälfte der Ober-flächenwasserkörper befänden sich in einem guten Zustand. Um die von den Mitgliedstaaten selbst gesetzten Ziele der WRRL vor Ablauf der ohnehin bereits verschobenen Frist bis 2027 zu erreichen, müssten spätestens ab 2021 noch viele weitere Maßnahmen ergriffen werden. Der Weg dahin sei "sehr schwierig".
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2T9hnTj
➢ Umsetzungsbericht Deutschland (Deutsch) https://bit.ly/2H9gtze
➢ Umsetzungsberichte alle (Englisch) https://bit.ly/1B0P1Fj
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11. Wiederverwendung von Abwasser Das Plenum stimmte für einheitliche Kriterien bei der Wiederverwendung von Abwasser.
Allerdings soll die Entscheidung allein bei den Mitgliedstaaten liegen, ob gerei-nigtes Abwasser (Grauwasser) wiederverwendet werden darf, Mit der Plenarab-stimmung am 29.Januar 2019 hat das Parlament seine Position bestätigt, die es bereits am 3.7.2012 in den Eckpunkten zur künftigen EU-Wasserpolitik u.a. für eine allgemeinere Nutzung von behandeltem Abwasser und Regenwasser vorgeschlagen hatte (siehe eukn 9/2012/3).
Nach dem mit breiter Mehrheit verabschiedeten Berichtsentwurfs vom 29.1.2019 muss die Kommission innerhalb von fünf Jahren weitere Nutzungs-möglichkeiten prüfen; während dieser Zeit sollen die Mitgliedstaaten selbst wei-tere Nutzungsmöglichkeiten, etwa in der Industrie oder im Umweltbereich, zu-lassen können. Die Kommission soll Leitlinien erstellen, um die zuständigen Be-hörden bei der Umsetzung der Anforderungen in Bezug auf die Kontrolle und Überwachung der Erzeugung, Bereitstellung, Speicherung und Verwendung von aufbereitetem Wasser zu unterstützen.
Mit den neuen Vorschriften des Verordnungsentwurfs der Kommission soll die Verwendung von behandeltem Abwasser für die landwirtschaftliche Bewässe-rung gefördert werden. Diese macht etwa die Hälfte des jährlichen Wasserver-brauchs in der EU aus. Eine erhöhte Wiederverwendung von Wasser in der
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Landwirtschaft könnte dazu beitragen, die Wasserknappheit um jährlich 5% zu reduzieren.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2S0yAZZ
➢ Plenum https://bit.ly/2X6KB3z
➢ Berichtsentwurf https://bit.ly/2Psal5o
➢ Verordnungsentwurf vom 28.5.2018 https://bit.ly/2L2XMwV
➢ Entschließung des Parlaments vom 3.7.2012 https://bit.ly/1nLaldf
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12. CO2-Vorgaben für Pkw Für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge gibt es ab 2030 strengere CO2-Grenzwerte.
Darauf haben sich Parlament und Rat am 19.12.2018 verständigt. Der Rat hat das Ergebnis am 16.Januar 2019 bestätigt und das Parlament wird die Neure-gelung noch vor der Sommerpause förmlich verabschieden. Danach müssen die durchschnittlichen CO2-Emissionen der in der EU neu zugelassenen PKW - bezogen auf die Flotte des jeweiligen Herstellers - bis 2025 um 15% und bis 2030 um 37,5% gegenüber den Emissionsgrenzwerten für 2021 gesenkt wer-den. Bei neuen leichten Nutzfahrzeugen muss der Rückgang 15% bis 2025 bzw. 31% bis 2030 betragen. Um eine Manipulation der Emissionswerte zu ver-hindern, wurde weiterhin u.a. folgendes vereinbart:
• Für den Übergang vom alten Prüfverfahren NEFZ zum genaueren WLTP-Prüfverfahren als Grundlage für die Berechnung der spezifischen Emissi-onsziele wurden strengere Bestimmungen vereinbart.
• Der Schwerpunkt wird künftig auf der Überwachung der "Emissionen unter Realbedingungen" liegen. Dabei wird die Kommission die tatsächliche Re-präsentativität der CO2-Emissionswerte anhand der Daten der in neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingebauten Kraftstoffverbrauchsmessern überprüfen.
• Es gibt besondere Bestimmungen zur Überprüfung der Übereinstimmung ei-nes Messgeräts mit der gesetzlich geregelten Norm von Neufahrzeugen im Betrieb und die Aufdeckung von Strategien zur künstlichen Verbesserung ihrer CO2-Bilanz.
• Schließlich wird die Kommission prüfen, ob ein gemeinsames EU Verfahren für die Bewertung und Meldung der CO2-Emissionen der Fahrzeuge wäh-rend ihres gesamten Lebenszyklus (Lebenszyklus-Analyse) entwickelt wer-den kann, und gegebenenfalls Folgemaßnahmen ausarbeiten.
Bisher ist in der EU festgelegt, dass Neuwagen im Flottendurchschnitt 2021 nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen sollen. Von dieser Basis aus soll die Senkung erfolgen. Derzeit liegt der europäische Durch-schnitt bei 118,5 Gramm. Insgesamt stammt rund ein Viertel aller Klimagase der EU aus dem Verkehr; Autos und Lastwagen haben daran den größten Anteil.
Für LKW und Busse (Schwere Nutzfahrzeuge) wurde am19.2.2019 eine Eini-gung zwischen Parlament und Rat erzielt (siehe nachfolgend eukn 3/2019/13)
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2USTsnU
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13. CO2-Vorgaben für LKWs In der EU wird es künftig erstmals CO2-Vorgaben für schwere Nutzfahr-zeuge geben.
Derzeit enthält das EU-Recht keinerlei Vorgaben für die Senkung der CO2-Emissionen dieser Fahrzeuge. Nach der Neuregelung müssen neue LKW und Busse im Zeitraum 2025 bis 2029 durchschnittlich 15% weniger CO2 ausstoßen als 2019. Ab 2030 müssen sie durchschnittlich 30% weniger CO2 ausstoßen. Diese Ziele sind verbindlich, und Hersteller, die sich nicht daranhalten, werden eine Geldbuße in Form einer Emissionsüberschreitungsabgabe zahlen müssen.
Weitergehend wurde beschlossen, dass künftig aussagekräftige und zuverläs-sige Datenüber den laufenden Treibstoff- und Energieverbrauch der schweren Nutzfahrzeuge zur Verfügung stehen. Die Daten sollen mittels eingebauter Ge-räte erhoben und aufzeichnet werden.
Die Übereinkunft folgt auf die am 19.12.2018 erzielte Einigung über neue CO2-Emissionsnormen für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge (siehe vorstehend eukn 3/2019/12). Nach Darstellung der Kommission machen Emis-sionen schwerer Nutzfahrzeuge aktuell 6% der Gesamtemissionen und 25% der CO2-Emissionen im Straßenverkehr aus. Ohne zusätzliche Maßnahmen dürften ihre Emissionen aufgrund des steigenden Straßenverkehrsaufkommens nach Schätzungen bis 2030 um 9% zunehmen.
Nach dieser vorläufigen politischen Einigung muss der Verordnungstext formal noch vom Parlament und vom Rat verabschiedet werden.
➢ Pressemitteilung Parlament https://bit.ly/2TdQeOj
➢ Pressemitteilung Rat https://bit.ly/2T0Xxdf
➢ Pressemitteilung Kommission https://bit.ly/2Tf0LZE
➢ Kommissionsvorschlag https://bit.ly/2XuDC4W
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14. Stickoxid-Grenzwerte – unverändert Der Grenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel ist und bleibt EU-weit verbindlich.
Auch sind keinerlei Abkehr oder Ausnahmen vom bisher gültigen Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) in der Europäischen Luftqualitätsrichtlinie geplant. Darauf hat die Kommission hingewiesen, veranlasst durch falsche Medienberichte, wo-nach die Kommission genehmigt habe, den Grenzwert für Stickoxid in Deutsch-land auf 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu erhöhen. Gleichzeitig erhebt die Kommission dabei gegen die geplanten Änderungen des deutschen Bun-desimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) zur Einschränkung von Fahrverbo-ten keinerlei Einwände.
Anlass ist die von der Bundesregierung vorbereitete Änderung des BImSchG, wonach Fahrverbote zur Einhaltung des NO2-Grenzwertes in Städten bei einem Belastungswert von bis zu 50 Mikrogramm NO2 als unverhältnismäßiges Mittel erklärt werden und damit in der Regel nicht erforderlich sind. Wörtlich die Kom-mission in einer Pressemitteilung vom 13.2.2019: „Wie die einzelnen Länder diesen Grenzwert erreichen, ist die alleinige Entscheidung eines jeden Landes. Deutschland hat am 12. November 2018 die EU-Kommission über den Kabi-nettsbeschluss zur Änderung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes infor-miert, demzufolge Fahrverbote in Regionen mit Stickstoffdioxid-Belastungen bis
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zu einem Wert von 50 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft im Jahresmittel in der Regel nicht erforderlich seien, da der Grenzwert von 40 Mikrogramm durch andere Maßnahmen erreicht werden könne. Fahrverbote werden dabei nicht vollständig ausgeschlossen – liegen aber in der alleinigen Entscheidungskom-petenz der Mitgliedstaaten.“
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2Iw8zSN
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15. Kfz-Haftpflichtversicherung Das Parlament will den Schutz der Opfer von Verkehrsunfällen verbes-sern.
Die neuen Regeln sollen gewährleisten, dass Opfer eine gerechte Entschädi-gung erhalten und unversicherte Fahrzeuge nicht genutzt werden. Im Einzelnen wird u.a. folgendes gefordert:
• Bei Personenschäden soll der Mindestdeckung 1.220.000 Euro je Unfallop-fer oder 6.070.000 Euro je Schadensfall betragen, unabhängig von der An-zahl der Geschädigten.
• Bei Sachschäden soll die Mindestdeckung 1.220.000 Euro je Schadensfall betragen, unabhängig von der Anzahl der Geschädigten.
• Zur Ahndung des Fahrens ohne Versicherungsschutz soll es den Mitglied-staaten ermöglicht werden, systematische grenzüberschreitende Versiche-rungskontrollen durch unauffällige Technologien durchzuführen, z.B. durch Nummernschilderkennung.
• Versicherungsnehmer aus verschiedenen Mitgliedstaaten sollen gleichbe-handelt werden.
Die neuen Vorschriften sollen für die meisten Fahrzeuge gelten, ausgenommen E-Bikes, Segways und Elektro Scooter. Die endgültigen Regeln müssen noch mit dem Rat verhandelt und eine gemeinsame Position abgestimmt werden.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2V7GTFm
➢ Bericht https://bit.ly/2SLHYFS
➢ Faktenblatt https://bit.ly/2STfWIU
➢ Kfz-Richtlinie 2009 https://bit.ly/2GYEJ7d
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16. Straßenverkehrsinfrastruktur Die Sicherheitsvorschriften des strategischen Straßennetzes der EU (TEN-V) werden auf Autobahnen und andere Hauptverkehrsstraßen aus-geweitet.
Darauf haben sich am 22.2.2019 Parlament und Rat verständigt. Danach wird die Richtlinie 2008/96/EG über ein Sicherheitsmanagement für die Straßenver-kehrsinfrastruktur u.a. wie folgt geändert:
• Die nicht zum TEN-V-Netz zählende Autobahnen und Fernstraßen werden in den Anwendungsbereich der Richtlinie aufgenommen, um die verbindli-che Anwendung auf die stark befahrenen Straßen auszudehnen, die wich-tige Städte und Regionen miteinander verbinden.
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• Die Richtlinie findet auf jedes Infrastrukturprojekt außerhalb städtischer Ge-biete Anwendung, das unter Verwendung von EU Mitteln fertiggestellt wird. Damit wird sichergestellt, dass EU Mittel nicht zum Bau potenziell unsicherer Straßen verwendet werden.
• Es wird ein neues, risikobasiertes Verfahren zur „netzweiten Straßenbewer-tung“ eingeführt, um vorrangige Bereiche für weitere Überprüfungen und Maßnahmen zu ermitteln. Bei diesem neuen Verfahren werden die vorlie-genden Unfalldaten und bereits ermittelte Straßenabschnitte mit hoher Un-fallhäufigkeit berücksichtigt und systematisch die Risiken der Straßeninfra-struktur bewertet, z.B. ihre geometrischen Merkmale, das Vorhandensein von Kreuzungen und Bahnübergängen und das Vorhandensein von Hinder-nissen am Straßenrand.
• Erfasst werden auch die Übergangsbereiche zu Straßentunneln, da diese allgemein die unfallträchtigsten Bereiche sind.
• Es wird vorgeschrieben, dass Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen so angewendet und instandgehalten werden, dass sie zuverlässig und leicht erkannt werden können und damit u.a. auch sichergestellt ist, dass sie den Anforderungen einer alternden Bevölkerung Rechnung tragen.
• Fußgänger, Radfahrer und andere ungeschützte Verkehrsteilnehmer sollen systematisch in die Verfahren zum Management der Verkehrssicherheit ein-bezogen werden. Diese Verkehrsteilnehmer machten 2017 fast die Hälfte der Verkehrstoten in der EU aus.
• Die Mitgliedstaaten müssen ihre Straßennetze entsprechend des in netzwei-ten Straßenbewertungen ermittelten Risikograd einstufen und darüber be-richten. Die Berichtspflichten sind von wesentlicher Bedeutung, um zu ge-währleisten, dass die eingebaute Sicherheit des Straßennetzes gemessen und den Verkehrsteilnehmern kommuniziert werden kann. Die geltende Richtlinie enthält keine Berichtspflichten, weshalb die EU-weite Überwa-chung der Fortschritte, Leistungsvergleiche und Folgemaßnahmen sehr schwierig ist.
Schließlich wird mit der Neuregelung zugleich der Weg für automatische Unter-stützung und autonomes Fahren geebnet. Die Einigung muss noch vom Parla-ment und Rat gebilligt werden.
➢ Plenum 11.1.2019 https://bit.ly/2Euq41K
➢ Pressemitteilung Rat https://bit.ly/2SlnS09
➢ Pressemitteilung Kommission https://bit.ly/2tyXE0p
➢ Kommissionsvorschlag 17.5.2018 https://bit.ly/2SYSFFm
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17. Tiertransporte Das Parlament fordert verstärkte Kontrollen bei Tiertransporten.
In einer für das Märzplenum zur Verabschiedung vorgesehenen Entschließung wird auf einen kritischen Bericht des Europäischen Rechnungshofs bzgl. der praktischen Umsetzung der EU Vorschriften Bezug genommen. Danach wird das wichtigste Ziel der Verordnung ((EG) Nr. 1/2005) – die Verbesserung des Tierschutzes während des Transports – nicht erreicht, insbesondere hinsichtlich der Überprüfung von Fahrtenbüchern und der Verhängung von Sanktionen.
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In der Entschließung werden u.a. folgende Mängel beim Viehtransport aufgelis-tet: Überbelegung; unzureichende Stehhöhe; unzureichende Pausen, in denen die Tiere ruhen sowie gefüttert und getränkt werden können; unzureichende Belüftungs- und Tränkvorrichtungen; Transport bei extremer Hitze; mangelhafte Kontrollen der Fahrtenbücher und Sanktionen bei Verstößen; uneinheitliche Schulungen, Ausbildungen und Befähigungsnachweise der Fahrer. In Anbe-tracht dieser Mängelliste wird die Kommission aufgefordert u.a. folgende Maß-nahmen zu ergreifen:
• Technologien einzusetzen, die Rückmeldungen in Echtzeit zwischen dem Ausgangsmitgliedstaat, dem Bestimmungsmitgliedstaat und den im Transit durchquerten Ländern ermöglichen;
• Zur Überwachung von Tiertransporten Geolokalisierungssysteme zu entwi-ckeln zur Ortung von Tieren und der Transportdauer;
• die Anzahl der unangekündigten Kontrollen zu erhöhen und Tiertransporte vor dem Verladen systematisch zu kontrollieren;
• sicherzustellen, dass es eine ausreichende Anzahl von zugänglichen und sauberen Tränkvorrichtungen gibt, die Mindestwerte für das Raumangebot und die Raumhöhe eingehalten werden und die Besatzdichte bei hohen Temperaturen verringert wird.
• Die EU-Mitgliedstaaten sollten Verstöße mit wirksamen und harmonisierten Sanktionen ahnden, einschließlich der Einziehung von Fahrzeugen und ver-pflichtender Fortbildungsmaßnahmen für das Personal.
Das Parlament fordert auch die Entwicklung einer Strategie, bei der Tiere in einer Region geboren, gemästet und geschlachtet werden und nicht über sehr lange Strecken transportiert werden müssen. Die Kommission und die Mitgliedstaaten werden daher aufgefordert, Schlachtungen in den landwirt-schaftlichen Betrieben selbst oder vor Ort befindlichen oder mobilen Schlacht-anlagen zu unterstützen und zu fördern, damit Tiere möglichst in der Nähe ihres Zuchtbetriebs geschlachtet werden können und Arbeitsplätze in ländlichen Ge-bieten erhalten bleiben. Die Kommission soll prüfen, welche Anreize dafür ge-schaffen werden könnten, so dass lange Transportzeiten vermieden und Emis-sionen verringert werden. Schließlich soll in der nächsten Legislaturperiode das EP einen Untersuchungsausschuss zum Tierschutz bei Transporten einrichten.
Die Kommission bewertete Tiertransporte aus Deutschland in Nicht-EU-Staaten positiv. Nur 4,1% der überprüften Transporte wurden beanstandet, ein Drittel der Beanstandungen betraf die Zeitüberschreitung bei der Beförderung. Schwerwiegende Verstöße gegen das EU Recht wurden bei den Kontrollen nicht gefunden. Besonders Durst und Hitze, worunter Tiere besonders in den Sommermonaten leiden, konnte nicht festgestellt werden. Die Kommission lobt die gute Praxis in Deutschland, dass bei Verladungen zum Export stets ein Amtstierarzt anwesend ist.
➢ Pressemitteilung (Englisch) https://bit.ly/2MV30vA
➢ Entschließung https://bit.ly/2E08JNN
➢ Entschließung vom 12.12.2012 https://bit.ly/2RO4kRP
➢ Tierschutzbericht des Rechnungshofs https://bit.ly/2BMZtKV
➢ Verordnung (EG) Nr. 1/2005 https://bit.ly/2TFVg3j
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18. Energiepreise Deutschland ist bei den Strompreisen Spitzenreiter in der EU.
Darauf hat der DIHT hingewiesen. Grundlage ist eine umfassende Studie zu den Energiepreisen und Energiekosten, die die Kommission am 9.Januar 2019 vorgelegt hat. Dazu der DIHT in einer Presseveröffentlichung vom 4.Februar 2019:
• Die Strompreise für Haushalte (305 €/MWh) sind in keinem anderen Land in der EU höher als in Deutschland. Zum ersten Mal liegt Deutschland im Jahr 2017 vor Dänemark (289 €/MWh). In Frankreich zahlen Haushalte im Schnitt knapp über 150 €/MWh.
• Im Jahr 2017 lagen die mittleren Industriepreise in Deutschland bei 142 €/MWh. Deutschland ist hiermit „Spitzenreiter“ in Europa, vor Italien und Zy-pern, die Industriepreise von 133 €/MWh aufweisen. In Frankreich liegen die Preise bei unter 80 €/MWh.
Der Kommissionsbericht enthält detaillierte Daten und Analysen der Trends bei den Energiepreisen und Energiekosten für die Haushalte und die Industrie für Strom, Gas und Erdölerzeugnisse in der EU. Der Bericht kommt u.a. zu folgen-den Ergebnissen:
• Im Jahr 2017 sind die EU-Endkundenpreise für Privathaushalte zum ersten Mal seit 2008 gesunken. Der Anstiegstrend bei Netzentgelten und Steuern und Abgaben ist zum Stillstand gekommen. Die Abgaben haben sich nicht erhöht. Steuern und Abgaben machen 40% der durchschnittlichen EU-Strom-preise aus.
• Die Industriepreise (Nicht-Haushaltspreise) sind seit 2015 aufgrund von ge-ringeren Energiepreiskomponenten gesunken. Die Industrie wird (aus Grün-den der Wettbewerbsfähigkeit) häufig von Stromsteuern und -abgaben be-freit oder zahlt weniger Steuern und Abgaben für Strom als Privathaushalte und sieht sich auch geringeren Netzentgelten gegenüber.
• Im Jahr 2016 beliefen sich die von den EU-Mitgliedstaaten erhobenen Ener-giesteuern auf 280 Mrd. EUR bzw. 4,7% der Steuereinnahmen insgesamt. Die relative Bedeutung der Energiesteuereinnahmen war seit der Wirt-schaftskrise 2008 recht stabil. Verbrauchssteuern (davon mehr als 80% von Ölerzeugnissen) machen den größten Teil der Energiesteuern aus.
• Insgesamt betrachtet haben die europäischen Energiesubventionen in den letzten Jahren zugenommen, von 148 Mrd. EUR im Jahr 2008 auf 169 Mrd. EUR im Jahr 2016, wobei der Energiesektor der Hauptbegünstigte ist (102 Mrd. EUR im Jahr 2016), gefolgt vom Wohnungssektor (24 Mrd. EUR), von der energieintensiven Fertigungsindustrie (18 Mrd. EUR) und vom Verkehrs-sektor (13 Mrd. EUR). Die Zunahme wurde vom Wachstum bei den Subven-tionen für erneuerbare Energie angetrieben, die 2016 eine Höhe von 76 Mrd. EUR erreichten.
Der Bericht warnt vor der anhaltend hohen Abhängigkeit der EU von wachsen-den Preisen für fossile Brennstoffe und stellt fest, dass die Großhandelspreise wieder gestiegen sind. Es wird erwartet, dass die künftigen Erzeugungskosten für Strom aus fossilen Brennstoffen steigen und für erneuerbare Energien (im Zusammenhang mit den sinkenden Investitionskosten bei der Weiterentwick-lung der Technologien) sinken werden
➢ Bericht https://bit.ly/2UHbgCe
➢ DIHT https://bit.ly/2yjtaUD
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19. Erneuerbare im Aufschwung Der Anteil erneuerbarer Energien in der EU ist auf 17,5% gestiegen.
Damit lag nach einer Erhebung von Eurostat vom 12.2.2019 der Anteil am Brut-toendenergieverbrauch 2017 mehr als doppelt so hoch wie 2004 (8,5%), dem ersten Jahr, für das Daten verfügbar sind. In Deutschland lag der Anteil im Jahr 2017 bei 15,5%, gegenüber 6,2% 2004. Bis 2020 soll dieser Wert auf 18% stei-gen.
Erneuerbare Energiequellen umfassen Solarenergie (Solarwärme und solare Fotovoltaik Systeme), Energie aus Wasserkraft (einschließlich durch Gezeiten, Wellen und Ozeane erzeugte Energie), Windenergie, geothermische Energie und Energie aus Biomasse in allen Formen (einschließlich Energie aus biologi-schen Abfällen und flüssigen Biobrennstoffen). Der Beitrag von mit Wärmepum-pen erzeugter erneuerbarer Energie wird für die Mitgliedstaaten berücksichtigt, in denen entsprechende Daten vorlagen.
Die aus erneuerbaren Quellen stammende, an die Endverbraucher (Industrie, Verkehr, Haushalte, Dienstleistungssektor einschließlich des Sektors der öffent-lichen Dienstleistungen, sowie Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft) gelieferte Energie bildet den Zähler dieses Indikators.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2Ib8eov
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20. Energieverbrauch steigt Der Energieverbrauch in der EU ist 2017 ist um 1% gestiegen.
Damit hat sich der Abstand zum Energieeffizienzziel für 2020 weiter vergrößert. Die EU hat sich zu einem verbindlichen Energieeffizienzziel verpflichtet, den Energieverbrauch bis 2020 um 20% zu senken. Der Primärenergieverbrauch soll im Jahr 2020 nicht mehr als 1.483 Millionen Tonnen Rohöleinheiten und der Endenergieverbrauch nicht mehr als 1.086 Mio. t RÖE betragen. In den letzten drei Jahren stieg aber nach den Erhebungen von Eurostat der Verbrauch 2015 auf 1.537 Mio. t RÖE, 2016 auf 1.547 und 2017 nun auf 1.561 Mio. t RÖE. Das eigentliche Ziel der EU für 2020 liegt bei 1.500 Mio. t RÖE, für 2030 bei unter 1.300 Mio. t RÖE.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2IfMoA8
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21. Gasleitungen- grenzüberschreitend Auch Gasleitungen aus Drittstaaten unterliegen künftig den europäi-schen Energie- und den Wettbewerbsregeln.
Das betrifft u.a. den Zugang der Leitungen für Drittanbieter, Entgeltregulierung, eigentumsrechtliche Trennung von Gasproduktion und Pipeline-Betrieb. Auf eine entsprechende Novellierung der EU-Gasrichtlinie haben sich das Parla-ment und der Rat am 12. Februar 2019 geeinigt. Nach dieser Neuregelung ist für Vereinbarungen über neue EU-Gasleitungen auch aus Drittländern die EU zuständig. Für Offshore-Pipelines wird die Anwendung des EU-Rechts auf die Hoheitsgewässer des Mitgliedstaates beschränkt, auf dessen Staatsgebiet die
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Importpipeline mit dem innereuropäischen Gasnetz verbunden wird. Die geän-derten Vorschriften gelten also auch für die bereits in Bau befindliche Nord Stream 2, mit der Folge, dass die Binnenmarktregeln in den deutschen Hoheits-gewässern angewandt werden müssen.
Für Pipelines innerhalb der EU gilt bereits, dass das Eigentum der Pipeline und die Gaslieferung getrennt sein muss, also nicht in der Hand desselben Unter-nehmens liegen dürfen. Mit den neuen Rechtsvorschriften soll das auch für alle Gasleitungen in der EU gelten, selbst wenn sie ihren Ursprung außerhalb der EU haben. Ausnahmen über das anzuwendende Recht für bestehende Gaslei-tungen und neue Gasleitungen können jedoch zwischen Mitgliedstaaten und Drittstaaten verhandelt werden. Die Kommission hat allerdings faktisch ein Ve-torecht, weil sie geplante Ausnahmen blockieren kann, wenn sie den Wettbe-werb auf dem Gasmarkt oder die Versorgungssicherheit bedroht sieht.
Die Vereinbarung wird nun dem Parlament und dem Rat zur Genehmigung vor-gelegt. Die Neuregelung tritt 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung in Kraft.
Die Abhängigkeit der EU von Erdgasimporten nimmt zu. Denn die Gasförderung der großen Produzentenländer England und den Niederlanden nimmt bereits deutlich ab. Der Anteil der Nettogasimporte am Gesamtgasverbrauch der EU betrug 2015 69,3%. Der Großteil der Gasimporte der EU stammt aus Russland (42% im Jahr 2016), gefolgt von Norwegen (34%) und Algerien (10%); impor-tiertes Flüssigerdgas hat einen Anteil von 14% an den Gesamteinfuhren. 2016 waren die Gasimporte gegenüber 2015 um 12% gestiegen, was auf einen hö-heren Verbrauch, niedrigere Preise und eine gesunkene heimische Produktion zurückgeht.
➢ Pressemitteilung Parlament https://bit.ly/2Ig1hCp
➢ Pressemitteilung Rat https://bit.ly/2S3LiHb
➢ Pressemitteilung Kommission https://bit.ly/2Edogdj
➢ Text der Einigung (Englisch) https://bit.ly/2V5xe23
➢ Vorschlag Kommission https://bit.ly/2N7CEGO
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22. Plastikabfall und Recyclingquote steigen Bis zum Jahr 2030 werden weltweit der Kunststoffabfall und die Recyc-lingquote steigen.
Vorausgesagt wird beim Kunststoffabfall eine Steigerung um bis zu 80% und bei der Recyclingquote eine Steigerung von derzeit etwa 16% auf bis zu 50%. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Unternehmensberatung McKinsey & Company. Weltweit wurden 2016 der Analyse zufolge rund 260 Mio. Tonnen Plastikmüll produziert. Mehr als die Hälfte davon – 150 Mio. Tonnen - entfielen auf sog. kurzlebige Anwendungen. Dazu zählen Plastikverpackungen wie Tü-ten, Wegwerfbecher, Strohalme, Folien oder Einwegflaschen. 110 Mio. Tonnen Plastikmüll wurden durch „langlebige Anwendungen“ verursacht. Dazu zählt Plastik, das erst nach mehrjährigem Gebrauch auf dem Müll landet, z.B. in Form von Stoßstangen, Fensterrahmen oder Rohren aus PVC. Nur gut 16% (40 Mio. Tonnen) des gesamten Plastikmülls wurden für Recycling gesammelt. Die rest-lichen 220 Mio. Tonnen wurden zu 25% verbrannt oder landeten zu 40% (105 Mio. Tonnen) auf Landdeponien oder zu 20% (50 Mio. Tonnen) unreguliert in der Umwelt auf Müllkippen oder in den Weltmeeren.
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In Deutschland und Europa wird es auch mehr Plastikmüll geben. Doch die
Zunahmen sind im internationalen Vergleich weniger dramatisch: In Deutsch-land wird die Menge an Plastikmüll um rund 7% auf 7,9 Mio. Tonnen 2030 wach-sen, in Europa um rund 12% auf rund 40,9 Mio. Tonnen. Deutschland und Eu-ropa schneiden der Analyse zufolge im internationalen Vergleich mit einer Re-cyclingquote von aktuell rund 22% gut ab. Bis 2030 könnte die Quote rund 65% betragen. Diese Verdreifachung kann McKinsey zufolge aber nicht nur durch herkömmliches Recycling gelingen, sondern auch durch neue Verfahren, um aus Plastik Öl und chemische Zwischenprodukte rückzugewinnen. Von den rund 7,3 Mio. Tonnen Plastikmüll im Jahr 2016 wurde zudem so gut wie kein Müll unreguliert in die Umwelt entsorgt.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2BlXr4Z
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23. Landwirte – Krisenhilfen Die Obergrenze für nationale Krisenhilfen im Agrarsektor wird spürbar angehoben.
Denn der Höchstbetrag, der ohne vorherige Genehmigung der Kommission von den Mitgliedstaaten Landwirten gewährt werden kann, ist von bisher 15.000 € auf bis zu 25.000 € angehoben worden. Mit diesen die sog. „De-mini-mis-Beihilfen“ kann jetzt schneller und flexibler auf Krisen reagiert werden. Diese Beihilfen werden in der Regel gewährt, wenn rasches Handeln erforder-lich ist. Dies ist insbesondere in Krisenzeiten der Fall. Häufig werden sie auch für sehr spezifische Zwecke gewährt, beispielsweise zur Prävention oder Be-kämpfung von Tierseuchen, sobald es zu einem Ausbruch kommt, oder zur Entschädigung von Landwirten für Schäden, die von Tieren verursacht wer-den, die nicht nach EU-Recht oder nationalem Recht geschützt sind, z. B. von Wildschweinen. Die Schäden, die durch geschützte Tierarten (Wolf, Luchs, Bären usw.) verursacht werden, können im Rahmen notifizierter staatlicher Beihilfen ausgeglichen werden.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2BVEpTn
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24. Ökoflächen In der EU nehmen die ökologisch bewirtschafteten Flächen zu.
Nach den Ermittlungen von Eurostat hat der Anteil der für den Öko-Anbau ge-nutzten Agrarflächen von 2012 bis 2017 insgesamt um ein Viertel zugenommen. Deutschland lag 2017 nach Eurostat mit einem Anteil von 6,8 % noch knapp unter dem EU-Durchschnitt, nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministers wurden 2017 allerdings 8,2% der Agrarflächen ökologisch bewirtschaftet, - und lag damit 0,7% über dem Vorjahreswert. Den Spitzenplatz unter allen 28 Län-dern nahm mit 23,4% Österreich ein.
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Dahinter folgte Estland mit 19,6%, knapp vor Schweden mit 19,2%. Von der gesamten Ökofläche in der EU entfielen im Berichtsjahr 44,5% auf Ackerland und 44,4% auf Dauergrünland. Die verbleibenden gut 11% entfielen auf Dauer-kulturen wie Obst und Wein.
➢ Eurostat https://bit.ly/2GZJmO1 und https://bit.ly/2TcU5va
➢ Ökolandbau Deutschland https://bit.ly/2tuOELq
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25. Regionales BIP 2017 Eurostat hat die führenden Regionen in der Rangfolge des regionalen BIP pro Kopf veröffentlicht.
Das waren nach 2017 Inneres London - West (626% des Durchschnitts), Lu-xemburg (253%), Süden in Irland (220%), Hamburg in Deutschland (202%), die Region Brüssel in Belgien (196%), Osten und Midland in Irland (189%) sowie Prag in Tschechien (187%). Insgesamt gab es 21 Regionen, in denen im Jahr 2017 das BIP pro Kopf 50% oder mehr über dem EU-Durchschnitt lag, davon fünf in Deutschland: neben Hamburg Platz 4 (202%) waren es Oberbay-ern/München Platz 9 (177%), Stuttgart Platz 15 (159%), Darmstadt Platz 16 (157%) und Bremen Platz 17(155%).
Das BIP – und damit auch das BIP pro Kopf – ist ein Maß für die gesamte wirt-schaftliche Aktivität in einer Region. Es kann deshalb für den Vergleich des wirt-schaftlichen Entwicklungsstandes von Regionen verwendet werden. Das BIP ist keine Messgröße für das Einkommen, das den privaten Haushalten einer Re-gion letztlich zur Verfügung steht.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2T3wSfP
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26. Gesundheitszustand von Kindern Der Gesundheitszustand von über 95% der Kinder in der EU gilt als gut oder sehr gut.
Nach Ermittlungen von Eurostat lag der Prozentsatz der Kinder, deren allgemei-ner Gesundheitszustand als schlecht oder sehr schlecht eingestuft wurde bei allen Altersgruppen unter 1%. Weniger als 5% der Kinder waren aufgrund ge-sundheitlicher Probleme bei Aktivitäten eingeschränkt. In Deutschland lag der Prozentsatz von Kindern unter fünf Jahren, deren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut betrachtet wurde, im Jahr 2017 bei 95,4%. Bei den Fünf- bis Neun-jährigen sowie bei den Zehn- bis Fünfzehnjährigen betrug der Anteil jeweils 94,5%.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2HT5trv
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27. Städtepartnerschaften Termin: 21.3.2019 Kommunale Städtepartnerschaften sind Thema einer Seminarveranstal-tung in Bonn.
Im Mittelpunkt des Seminars am 8. April stehen Finanzierungsfragen, die Mobi-lisierung von jungen Menschen für die Städtepartnerschaftsarbeit und die Mög-lichkeit zum Austausch von haupt- und ehrenamtlichen Vertretern. Informiert wird auch über den Beitrag, den das Programm »Europa für Bürgerinnen und Bürger« leisten kann und wie ein erfolgversprechender Antrag aussehen muss. Anmeldungen sind bis zum 21.03.2019 möglich. Der Teilnahmebeitrag beträgt 25 € (inkl. Material und Verpflegung).
➢ Programm https://bit.ly/2WXM1xA
➢ Anmeldung https://bit.ly/2MZsSGK
➢ Anmeldekonditionen https://bit.ly/2USxgtL
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28. Vergabeformulare – Konsultation Termin: 11.3.2019 Die digitalen Standardformulare für die Vergabe öffentlicher Aufträge sollen aktualisiert werden.
Nach der Durchführungsverordnung 2015/1986 veröffentlichen die Mitglied-staaten Daten zu einzelnen Aufträgen mit diesen Formularen. Die Aktualisie-rung soll Unternehmen das Auffinden von Ausschreibungen erleichtern, die Transparenz gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern erhöhen und den Verga-bebehörden Beschaffungsentscheidungen auf einer fundierten Datengrundlage ermöglichen. Rückmeldungen sind bis zum 11. März 2019 möglich.
➢ Konsultation https://bit.ly/2GP1GKL