EU-Kommunal

Für den eiligen Leser

Nr. 08/ 2019

Der Spruch am Anfang - Der populäre Irrtum ist attraktiver als die objektive Wahrheit.
Für den eiligen Leser
Inhalt
1. Erasmus+-Programm sehr erfolgreich ......................................................................... Das Erasmus+-Programm ist für die Teilnehmer äußerst hilfreich. .....................................3
2. Fremdsprachen .............................................................................................................. Neben der Muttersprache sollten junge Menschen zwei weitere ..................................... europäische Sprachen beherrschen. ......................................................................................4
3. Mobilität in Europa ......................................................................................................... 8% der Menschen, die in der EU leben, haben nicht die Staatsangehörigkeit ................. des Landes, in dem sie ihren Wohnsitz haben. .....................................................................5
4. Digitales Europa ............................................................................................................ Die Kommission bereitet Leitlinien für das Programm "Digitales Europa" ........................ vor. .............................................................................................................................................5
5. 5G-Netze und nationalen Risikobewertungen .............................................................. Die 5G-Netze sind eine große Chance, können aber bei mangelhafter ........................... Sicherung auch zu einer großen Gefahr werden...................................................................6
6. Wirtschafts- und Gesellschaftsindex (DESI) ................................................................ Im Digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsindex 2019 belegt Deutschland .................... in der EU den 12. Platz. ...........................................................................................................7
7. Europäischer Breitbandpreis 2019................................................................................ Die Bewerbungsfrist für den Europäischen Breitbandpreis 2019 ist bis zum ..................... 9. September 2019 verlängert worden. ..................................................................................8
8. Videoüberwachung – Leitlinien ..................................................................................... Es gibt einen Entwurf für Leitlinien zur Verarbeitung personenbezogener ....................... Daten bei Videoüberwachung. ................................................................................................8
9. Badegewässerbericht 2019............................................................................................ Die deutschen Badegewässer sind von ausgezeichneter Qualität. .....................................9
10. Waldschutz – Konzept ................................................................................................ Fünf Prioritäten prägen das EU Konzept für Maßnahmen zum Schutz und .................. zur Wiederherstellung der Wälder.......................................................................................9
11. Löschflugzeuge – EU Kapazitätsreserve .................................................................. Bei Waldbränden stehen als Löschflotte der EU z.Zt. 7 Flugzeuge .............................. und 6 Hubschrauber zur Verfügung. ................................................................................. 10
12. Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden .................................................................. Die Kommission hat Empfehlungen zur Renovierung und zur Modernisierung ............ von Gebäuden veröffentlicht. ............................................................................................. 11
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13. Emissionen rückläufig ................................................................................................ Die Emissionen von mehr als der Hälfte der 26 in der EU ............................................ überwachten Luftschadstoffe sind über mehrere Jahre hinweg rückläufig. .................. 12
14. Dürre – Hilfe für Landwirte ......................................................................................... Die EU bietet zusätzliche Unterstützungen für Landwirte an, die unter ........................ der in Europa herrschenden Dürre leiden. ....................................................................... 12
15. Langzeitpflege............................................................................................................. Innovationen in eine erschwingliche und hochwertige Langzeitpflege .......................... werden gefördert, einschließlich häuslicher Pflege und wohnortnaher Dienste. .......... 12
16. eHealth-Experten gesucht .......................................................................................... Die Kommission sucht eHealth-Experten für Digitalisierung des .................................. Gesundheitswesens. .......................................................................................................... 13
17. Kunstrasenplätze ........................................................................................................ Die Kommission plant z.Zt. kein Verbot von Kunstrasenplätzen, .................................. aber die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft. .............................................. 13
18. Kunstrasenplätze – Konsultation .............................................................................. Der Einsatz von Mikroplastik-Granulat als Füllmaterial für Kunstrasen ......................... ist Gegenstand einer Konsultation. ................................................................................... 14
19. Mikroplastik im Trinkwasser – Entwarnung .............................................................. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Mikroplastik im Trinkwasser ................. derzeit nicht als Gefahr für die menschliche Gesundheit ein. ........................................ 15
20. Terrorismusbericht 2018 ............................................................................................ Die Bedrohung durch den Terrorismus hat 2018 nicht abgenommen, .......................... sondern ist komplexer geworden. ..................................................................................... 16
21. Geldfälschungsrichtlinie ............................................................................................ Die EU Richtlinie gegen Geldfälschungen vom 15. Mai 2014 hat sich bewährt. .......... 16
22. Desinformation – Aktionsplan ................................................................................... Die Kommission hat eine erste Bilanz zur Umsetzung des Aktionsplans gegen Desinformation vorgelegt. .................................................................................................. 17
23. Hauspreise 2019 ......................................................................................................... In Deutschland lag die Steigerung der Hauspreise über dem EU Durchschnitt. .......... 17
24. Europäische Woche der Regionen und Städte ......................................................... Anmeldungen zur Teilnahme an der Europäischen Woche der Regionen .................... und Städte sind bis zum 27.September 2019 möglich. ................................................... 18
Der Spruch am Ende: Manch einer begeht eine große Eselei und wähnt sich im Vor-hof des Himmels.
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1. Erasmus+-Programm sehr erfolgreich Das Erasmus+-Programm ist für die Teilnehmer äußerst hilfreich.
Das Programm macht Erasmus+ Studierende in ihrem persönlichen und beruf-lichen Leben erfolgreicher und Universitäten innovativer. Dies geht aus zwei groß angelegten Studien hervor. In den Erasmus+ Studien
1) zur Wirkung auf die Hochschulbildung und
2) zu strategischen Partnerschaften von Hochschulen und Wissensallianzen
wurden die Auswirkungen des Programms auf Einzelpersonen und Organi-sationen bewertet.
In der 1. Studie wurden fast 77.000 Antworten analysiert, und zwar von rund 47.000 Erasmus+-Studierenden, 12.000 Absolventen und 10.000 Mitarbeitern mit Erfahrungen im Rahmen von Erasmus+. Die Ergebnisse der 2. Studie ba-sieren auf den Antworten von 258 strategischen Partnerschaften und Wis-sensallianzen, die 504 Organisationen repräsentieren und denen im Zeit-raum2014-2016 Mittel aus Erasmus+ zur Verfügung gestellt wurden, sowie auf 26 detaillierten Fallstudien. Die wichtigsten Ergebnisse der beiden Studien u.a.:
• Erasmus+ hilft Studierenden dabei, ihre Karrierewege und Arbeitsplätze schneller zu finden: Neun von zehn Erasmus+-Absolventen geben an, dass sie die im Ausland erworbenen Fähigkeiten und Erfahrungen bei ihrer tägli-chen Arbeit anwenden; 80% der Befragten waren innerhalb von drei Mona-ten nach dem Abschluss in einem Beschäftigungsverhältnis; 73% sagen, ihre Auslandserfahrung habe ihnen dabei geholfen, ihre erste Arbeitsstelle zu bekommen.
• Erasmus+ steigert das Zugehörigkeitsgefühl zu Europa: Mehr als 90% der Studierenden empfinden sich als Europäer. Von allen Erasmus+-Studieren-den identifizieren sich die aus Osteuropa am meisten mit der EU. Im Ver-gleich mit Studierenden, die nicht ins Ausland gegangen sind, ist die Wahr-scheinlichkeit doppelt so hoch, dass sie internationalere Laufbahnen ein-schlagen und im Ausland arbeiten.
• Erasmus+ fördert den digitalen Wandel und die soziale Inklusion: Zwei Drit-tel der teilnehmenden Universitäten gaben an, dass EU-weite Projekte auch dazu beitragen, die soziale Inklusion und Nichtdiskriminierung in der Hoch-schulbildung zu verbessern.
• Erasmus+ unterstützt das Unternehmertum: 25% der Kooperationsprojekte haben zur unternehmerischen Bildung und zu einem verstärkten Unterneh-mertum beigetragen. 33% der Projekte trug zur Gründung von Spin-offs und Start-ups.
Zwischen 2014 und 2018 haben über 2 Millionen Studierende und Beschäftigte von Hochschulen im Rahmen von Erasmus+ einen Lern-, Fortbildungs- oder Lehraufenthalt im Ausland absolviert. Während desselben Zeitraums wurden für fast 1.000 strategische Partnerschaften zwischen Hochschulen im Rahmen von Erasmus+ und 93 Wissensallianzen zwischen Universitäten und Unternehmen EU-Mittel zur Verfügung gestellt.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2GOVhxi
➢ Studie 1 (Englisch, 354 Seiten) https://bit.ly/2GLGcMU
➢ Studie 2 (Englisch, 135 Seiten) https://bit.ly/2TaDHJ5
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2. Fremdsprachen Neben der Muttersprache sollten junge Menschen zwei weitere europäi-sche Sprachen beherrschen.
Das Sprachenrepertoire der Lernenden kann auch klassische Sprachen wie Alt-griechisch und Latein umfassen. Diese Empfehlung zur Mehrsprachenkompe-tenz hat der Rat hat am 22. Mai 2019 beschlossen. Dabei steht die Primar- und Sekundarschulbildung im Mittelpunkt der Empfehlung, einschließlich – soweit möglich – die frühkindliche Bildung und Betreuung sowie die berufliche Erstaus-bildung. In der Empfehlung werden u.a. angesprochen:
• Einsatz von digitalen und Online-Instrumenten für das Sprachenlernen, auch außerhalb von festen Unterrichtsräumen und Lehrplänen;
• Erteilung des Fachunterrichts in einer Fremdsprache;
• Anwendung des Europäischen Sprachensiegels durch Entwicklung von Schulsiegeln;
• Förderung von Studienaufenthalten im Ausland für Lehramtsstudierende;
• Sprachlehrer und -lehrerinnen sollen nach Abschluss ihres Studiums – ins-besondere über das Programm Erasmus+ – ein Semester lang Lern- oder Lehrerfahrungen im Ausland erwerben können;
• Virtuelle Zusammenarbeit zwischen Schulen über eTwinning;
• Teilnahme von Lehrkräften für moderne Sprachen an Austauschprogram-men mit Ländern, in denen ihre Zielsprache gesprochen wird;
• Bereitstellung von Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Lehrkräfte, z.B. über Netze wie eTwinning und die Teacher Academy des Schulbildungspor-tals „School Education Gateway“, praxisbezogene Gemeinschaften, offene Online-Sprachkurse, Kompetenzzentren, kooperatives Online-Lernen, Selbstbeurteilungsinstrumente;
• Für Schulen und Berufsbildungseinrichtungen Partnerschaften aufbauen mit Sprachzentren oder Sprachlabors, öffentlichen Bibliotheken, Kulturzentren, Kulturverbänden, Universitäten und Forschungszentren;
• Die Mobilität von Schülern und Schülerinnen, u.a. durch Erasmus+, soll zu einem regulären Bestandteil des Lernprozesses werden;
• Schulen, Berufsbildungseinrichtungen und Kommunen können Ressourcen zusammenlegen, um Fremdsprachenzentren mit einem größeren Sprachen-angebot zu schaffen.
Die Empfehlung sieht weiterhin vor, dass die Kommission Leitlinien entwickelt, wie das Unterrichten von Sprachen und die Bewertung von Sprachkenntnissen mit dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen verknüpft werden können.
➢ Empfehlung https://bit.ly/2JDB4gl
➢ EU Sprachenpolitik https://bit.ly/2IlkSkU
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3. Mobilität in Europa 8% der Menschen, die in der EU leben, haben nicht die Staatsangehörig-keit des Landes, in dem sie ihren Wohnsitz haben.
Das sind 8% von 500 Millionen, wie Eurostat ermittelt hat. Ferner leben 1,3 Mil-lionen Europäerinnen und Europäer nicht in dem Land, in dem sie arbeiten und 1,7 Millionen Studierende in der EU absolvieren ihr Studium im Ausland. „Pe-ople on the move – statistics on mobility in Europe“, lautet der Titel der digitalen Veröffentlichung vom 9. Juli 2019, die in 4 Kapiteln folgende Statistiken zur Mo-bilität in Europa enthält:
1) Kapitel: Schmelztiegel Europa. In diesem Kapitel finden sind Daten über die Staatsangehörigkeit der Einwohner der EU, über Migration und über Men-schen, die eine Staatsangehörigkeit erwerben oder eine Aufenthaltsgeneh-migung erhalten.
2) Kapitel: Studieren und Arbeiten im Ausland. Dieses Kapitel gibt einen Über-blick über Studierende im Ausland, über Grenzgänger, die außerhalb ihres Landes oder ihrer Region arbeiten, und über die Beschäftigungssituation von Drittstaatsangehörigen in den EU Mitgliedstaaten.
3) Kapitel: Züge, Flugzeuge und Kraftfahrzeuge. Hier steht die Frage im Mittel-punkt, wie die Menschen an ihren Arbeitsplatz und sonst wohin gelangen: Benutzen sie dafür das Auto, den Zug oder den Bus? Aus dem Kapitel geht weiterhin hervor, wie viele Autos es in der EU gibt, wie alt sie sind und wie viele Menschen mit dem Flugzeug und dem Schiff unterwegs sind. Zudem erfährt man, welche Flug- und Passagierhäfen in der EU am stärksten fre-quentiert sind.
4) Kapitel: Unterwegs sein. Dieses Kapitel ist dem Tourismus gewidmet. Darin wird untersucht, ob Reisen aus beruflichen Gründen oder zum Vergnügen unternommen werden, wohin die Menschen reisen, wo sie unterkommen und wie viel sie dafür ausgeben.
Diese digitale Publikation mit Kurztexten, interaktiven Visualisierungswerkzeu-gen und Infografiken wurde von Eurostat entwickelt.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2yEaq01
➢ People on the move https://bit.ly/2NLjESH
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4. Digitales Europa Termin: 25.10.2019 Die Kommission bereitet Leitlinien für das Programm "Digitales Europa" vor.
Dazu hat sie eine Online-Konsultation über die Ausrichtung der ersten beiden Jahre eingeleitet. Die Konsultation soll sicherstellen, dass reflektiert wird, was für die europäische Gesellschaft und die Unternehmen am wichtigsten ist. Auf-gefordert zur Teilnahme sind insbesondere auch öffentliche Verwaltungen auf allen Ebenen, sowie KMU, Forschungseinrichtungen, Bürgerverbände und Pri-vatpersonen. Die eingegangenen Beiträge sollen der Kommission dabei helfen, die Leitlinien für das Programm fertigzustellen. Der Entwurf der Leitlinien kann online eingesehen werden. Die Konsultation endet am 25. Oktober 2019.
Das Programm, mit geplanten Direktinvestitionen von 9,2 Mrd. EUR in den Jah-ren für 2021 bis 2027, soll die digitale Transformation von Gesellschaft und Wirt-
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schaft in Europa gestalten und unterstützen. Es sollen innovative digitale Tech-nologien in folgenden 5 Schlüsselbereichen gefördert werden: Supercomputing, künstliche Intelligenz, Cybersicherheit, fortschrittliche digitale Fähigkeiten und die umfassende Nutzung digitaler Technologien.
➢ Konsultation (Englisch) https://bit.ly/2SDcYVk
➢ Programm – Leitlinienentwurf (Englisch) https://bit.ly/2U0hMEY
➢ Fragebogen (Englisch) https://bit.ly/2SDcYVk
➢ Programm (Englisch) https://bit.ly/2OzOcak
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5. 5G-Netze und nationalen Risikobewertungen Die 5G-Netze sind eine große Chance, können aber bei mangelhafter Si-cherung auch zu einer großen Gefahr werden.
Als ein erster Schritt für eine EU-weite Risikobewertung von 5G-Netzen haben die Mitgliedstaaten nationale Risikobewertungen durchgeführt. Dazu betont die Kommission in einer Erklärung vom 19. Juli 2019, dass damit die Grundlage für die Ausarbeitung eines europäischen Konzepts für den Schutz der Integrität der 5G-Netze geschaffen worden ist. Die nationalen Risikobewertungen geben ei-nen Überblick über
• die hauptsächlichen Bedrohungen und Akteure im Zusammenhang mit 5G-Netzen,
• den Grad der Verwundbarkeit der 5G-Netzkomponenten und -funktionen so-wie anderer Anlagen und
• verschiedene Arten von Schwachstellen, sowohl technischer als auch ande-rer Art, die möglicherweise in der 5G-Lieferkette entstehen können.
Auf dieser Grundlage soll bis zum 31. Dezember 2019 ein gemeinsames Instru-mentarium von Maßnahmen mit einem EU-weiten Zertifizierungsrahmen erar-beitet werden, um den Risiken entgegenzuwirken, die in den nationalen Bewer-tungen ermittelt worden sind.
Die Netze der 5. Generation werden bis zu 100 Mal schneller sein, als die heute üblichen Netze der 4. Generation. Außerdem werden sie viel mehr Geräte auf einmal versorgen können. Die Cybersicherheit der 5G- Vernetzung ist für Eu-ropa daher von existentieller Bedeutung, weil 5G schon bald das Rückgrat der Gesellschaften und Volkswirtschaften bilden wird. Denn die Netze werden künf-tig die grundlegenden digitalen Infrastrukturen bilden und Milliarden von Objek-ten und Systemen mit einander verbinden, auch in kritischen Sektoren wie im Energie- und Verkehrsbereich, sowie im Bank- und Gesundheitswesen. Sie werden industrielle Steuerungssysteme ermöglichen, sensible Informationen verarbeiten und Sicherheitssysteme unterstützen.
Jede Schwachstelle in 5G-Netzen könnte genutzt werden, um solche Systeme und die digitale Infrastruktur zu gefährden, oder um im großen Maßstab Daten-diebstahl bzw. Datenspionage zu betreiben. Auch ausländische Investitionen in strategische Sektoren, der Erwerb kritischer Anlagen, Technologien und Infra-strukturen, sowie die Versorgung mit kritischen Ausrüstungen können eine Ge-fahr für die Sicherheit der EU darstellen. Zur Abwehr von Datendiebstahl bzw. Datenspionage, aber auch angesichts der zunehmenden technologischen Prä-senz Chinas in der EU – siehe u.a. Strategischer Ausblick EU-China - hat das Parlament in der Entschließung vom 12.03.2019 die Kommission aufgefordert,
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insbesondere die Arbeit an einem Zertifizierungssystem für 5G-Ausrüstung zu einer Priorität zu machen. Damit sollen diese Systeme durch höchste Sicher-heitsstandards gegen Hintertüren oder größere Schwachstellen geschützt wer-den.
Im 5G-Aktionsplan der Kommission vom 14.09.2016 werden Fristen für die ge-werbliche Einführung der Netze in allen Mitgliedstaaten bis 2020 sowie für die umfassende Einführung in Städten und entlang wichtiger Verkehrswege bis 2025 vorgegeben. Der jüngste Bericht der 5G-Beobachtungsstelle zeigt, dass die europäischen Betreiber bei der Vorbereitung der gewerblichen Einführung von 5G mit anderen weltweit führenden Regionen konkurrieren. Dank der öf-fentlich-privaten Partnerschaft für 5G liegt Europa mit 139 Tests bei der 5G-Erprobung nach Angaben der Kommission weltweit vorn.
➢ Erklärung vom 19. Juli 2019 https://bit.ly/2KVuVMM
➢ Entschließung vom 12.3.2019 https://bit.ly/2Pd03LE
➢ 5G-Aktionsplan https://bit.ly/2Zi7FkQ
➢ 5G-Netze -Fragen und Antworten https://bit.ly/2MAsRf1
➢ Strategischer Ausblick China (VI.) https://bit.ly/2UGPcer
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6. Wirtschafts- und Gesellschaftsindex (DESI) Im Digitalen Wirtschafts- und Gesellschaftsindex 2019 belegt Deutsch-land in der EU den 12. Platz.
Der Index überwacht die digitale Gesamtleistung Europas und verfolgt die Fort-schritte der EU-Länder in Bezug auf ihre digitale Wettbewerbsfähigkeit. Für Deutschland enthält DESI u.a. folgende Feststellungen:
• Die größten Probleme hat Deutschland bei der Online-Interaktion zwischen Behörden und der Öffentlichkeit. Bei der Nutzung von digitalen Behörden-angeboten liegt Deutschland auf Platz 26; nur 43% nutzen elektronische Be-hördendienste und nur 7% E-Gesundheitsdienste.
• Es gibt eine digitale Kluft zwischen Stadt und Land in Bezug auf die feste Next Generation Access-Netzabdeckung und der Anteil der Glasfaseran-schlüsse ist immer noch sehr gering.
• Beim Basis-Festbreitbandnetz schneidet Deutschland dank der breiten Ver-fügbarkeit und der hohen Akzeptanz gut ab. Die Festnetz-Breitbandabde-ckung liegt bei 98%.
• Obwohl Deutschland die Nutzung des schnellen Breitbands verbessert hat, liegt es bei der Nutzung des ultraschnellen Breitbands immer noch unter dem EU-Durchschnitt.
• Bei den digitalen Kompetenzen gehört Deutschland zu den Spitzenreitern in der EU.
• Der Anteil der IKT-Spezialisten ist seit 2017 gestiegen.
• Bei der Nutzung von Internet-Diensten rangiert Deutschland an der Spitze; nur 5% haben noch nie das Internet genutzt.
Der Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index – DESI) ist ein zusammengesetzter Index, der von der Kommis-sion seit 2014 jährlich veröffentlicht wird und die Fortschritte der EU-Mitglied-staaten auf dem Weg zur digitalen Wirtschaft und Gesellschaft misst. Er vereint
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eine Reihe relevanter Indikatoren für den gegenwärtigen Politikmix Europas im digitalen Bereich.
Nach Ansicht der Kommission gefährdet die Tatsache, dass die größten Volks-wirtschaften der EU - Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und England - keine digitalen Vorreiter sind, obwohl sie mehr als 55% des BIP der EU ausma-chen, die Wettbewerbsfähigkeit der EU insgesamt.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2YHUrse
➢ DESI Report 2019 (Englisch, 79 Seiten) https://bit.ly/2OnpF2L
➢ Deutschland https://bit.ly/33d1IDQ
➢ Fragen und Antworten https://bit.ly/2KemlZ5
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7. Europäischer Breitbandpreis 2019 Termin verlängert auf 09.09.2019 Die Bewerbungsfrist für den Europäischen Breitbandpreis 2019 ist bis zum 9. September 2019 verlängert worden.
Um den Breitband-Award können sich Kommunen und private Organisationen bewerben. Ziel dieses Wettbewerbs ist es, unabhängige von Größe, Standort oder Technologien bewährte Verfahren in Planung, Verwaltung und Verfahren zu ermitteln und auszuzeichnen. Zum Zeitpunkt der Einreichung des Antrags müssen mindestens 65% des Projekts abgeschlossen sein. Die Preise werden in fünf Kategorien vergeben, u.a. innovative Finanzierungs-, Geschäfts- und In-vestitionsmodelle, kostensenkende Maßnahmen, Sozioökonomische Auswir-kungen in ländlichen Gebieten, sowie Qualität und Bezahlbarkeit der Dienstleis-tungen. Weitere Einzelheiten sind in einem Leitfaden enthalten. Die ursprüngli-che Bewerbungsfrist (28. Juni) ist auf den 9. September 2019 verlängert wor-den.
➢ Leitfaden (Englisch) https://bit.ly/2Y7xtes
➢ Verlängerung (Englisch) https://bit.ly/2YK7gq7
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8. Videoüberwachung – Leitlinien Es gibt einen Entwurf für Leitlinien zur Verarbeitung personenbezogener Daten bei Videoüberwachung.
Die systematische automatisierte Überwachung eines bestimmten Raumes per Video zum Schutz von Eigentum, Lebens und Gesundheit des Einzelnen hat einen hohen Stellenwert erlangt. Es werden Bilder und Informationen über alle Personen gesammelt, die den überwachten Raum betreten und anhand ihres Aussehens oder ihrer Identität erkennbar sind.
Das potenzielle Risiko eines Missbrauchs dieser Daten wächst mit der Größe der überwachten Daten, sowie der Anzahl der Personen, die den Raum fre-quentieren. Der von dem Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA), am 10.Juli 2019 vorgelegte Entwurf von Leitlinien stellt klar, wie die Datenschutz-grundverordnung auf die Verarbeitung personenbezogener Daten bei der Ver-wendung von Audio- und Videoüberwachung anzuwenden ist. Die Leitlinien ent-
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halten u.a. auch Ausführungen zur Rechtmäßigkeit der Verarbeitung, die An-wendbarkeit der Haushaltsbefreiung bei Videoüberwachung von Eigenheimen und die Weitergabe von Filmmaterial an Dritte.
Der Europäischen Datenschutzausschuss (EDSA) - englisch European Data Protection Board (EDPB) - ist seit dem 25.05.2018 insbesondere in der Förde-rung einer einheitlichen Anwendung der DS-GVO in den EU-Mitgliedsstaaten sowie in der Beratung der Europäischen Kommission in Datenschutzfragen tä-tig. Er ist an die Stelle der ehemaligen Artikel-29-Datenschutzgruppe getreten, die aufgrund der früheren EG-Datenschutzrichtlinie (Richtlinie 95/46/EG) zum Schutz von Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten einge-setzt wurde.
➢ Entwurf (Englisch, 29 Seiten) https://bit.ly/2L3yAXw
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9. Badegewässerbericht 2019 Die deutschen Badegewässer sind von ausgezeichneter Qualität.
Von den fast 2300 überwachten Badegewässern (Meer, See, Fluss) erfüllen 2123 (92,7%) die höchsten Anforderungen für ausgezeichnete Wasserqualität. Nur sechs Badestellen (0,3 %) werden als mangelhaft eingestuft. Das belegt der europäische Badegewässerbericht, in dem die Messwerte der gesamten Saison 2018 auswertet worden sind. Die Ergebnisse jedes einzelnen geteste-ten Badegewässers können online in einer Interaktiven Karte nachgesehen wer-den.
Die Qualitätsanforderungen für Badegewässer sind in der EU-Badegewässer-richtlinie festgelegt. Die örtlichen Behörden entnehmen während der gesamten Badesaison Wasserproben an amtlich ausgewiesenen Badestellen. Die Proben werden auf zwei Arten von Bakterien untersucht, die auf eine Verunreinigung durch Abwässer oder tierische Exkremente schließen lassen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2wI7HSi
➢ Länderbericht Deutschland (Englisch, 8 Seiten) https://bit.ly/2yYrpu4
➢ Interaktive Karte Deutschland https://bit.ly/2nTrJon
➢ Badegewässer Richtlinie https://bit.ly/2H4TBA0
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10. Waldschutz – Konzept Fünf Prioritäten prägen das EU Konzept für Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung der Wälder.
Das in einer Mitteilung der Kommission am 23. Juli 2019 vorgelegte Konzept (z.Zt. nur Englisch) soll den Weg für Maßnahmen ebnen, die von der neuen Kommission beschlossen werden. Es werden folgende Maßnahmen vorge-schlagen:
• Eine verstärkte internationale Zusammenarbeit von Interessenträgern und Mitgliedstaaten,
• die Bereitstellung nachhaltiger Finanzmittel,
• eine bessere Nutzung von Flächen und Ressourcen,
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• die Schaffung von zukunftsfähigen Arbeitsplätzen,
• ein Lieferkettenmanagement sowie
• eine gezielte Forschung und Datenerhebung.
Mit dem Konzept soll die Gesundheit der bestehenden Wälder, insbesondere der Primärwälder, geschützt und verbessert und die Dichte, der von nachhalti-gen Wäldern mit großer biologischer Vielfalt bewachsenen Flächen weltweit er-heblich erhöht werden. Mit diesem Ziel hat die Kommission folgende fünf Prio-ritäten festgelegt:
1) Verringerungen des Flächen-Fußabdrucks der EU und Förderung des Ver-brauchs von Erzeugnissen aus entwaldungsfreien Lieferketten in der EU;
2) partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Erzeugerländern zur Verringe-rung des Drucks auf die Wälder und zur Sicherung der Entwicklungszusam-menarbeit der EU gegen Entwaldung;
3) Stärkung der internationalen Zusammenarbeit, um Entwaldung und Wald-schädigung zu stoppen und die Wiederherstellung der Wälder zu fördern;
4) Neuausrichtung der Finanzierung zur Unterstützung nachhaltigerer Land-nutzungspraktiken;
5) Förderung der Verfügbarkeit und Qualität von Informationen über Wälder und Rohstofflieferketten, Sicherung des Zugangs zu diesen Informationen sowie Unterstützung von Forschung und Innovation.
Hinsichtlich dieser Prioritäten sollen teilweise auch gesetzgeberische Maßnah-men geprüft werden.
Die Maßnahmen zur Verringerung des Konsums in der EU und zur Förderung der Verwendung von Erzeugnissen aus entwaldungsfreien Lieferketten werden im Rahmen der Einrichtung einer neuen Multi-Stakeholder-Plattform für Entwal-dung, Waldschädigung und Walderneuerung untersucht, die ein breites Spekt-rum relevanter Interessenträger zusammenbringt.
Das ist eine Reaktion auf die nach wie vor weitreichende Zerstörung der Wälder der Welt: zwischen 1990 und 2016 ging eine Fläche von 1,3 Mio. km2 verloren. Das entspricht rund 800 Fußballfeldern pro Stunde. Die Haupttriebfeder dieser Entwaldung ist die Nachfrage nach Lebens- und Futtermitteln, Biokraftstoffen, Holz und anderen Rohstoffen.
➢ Mitteilung (Englisch, 22 Seiten) https://bit.ly/2KeTfrt
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2LV6pgi
➢ Faktenblatt https://bit.ly/312FItQ
➢ EU und die Wälder https://bit.ly/2OvV6NN
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11. Löschflugzeuge – EU Kapazitätsreserve Bei Waldbränden stehen als Löschflotte der EU z.Zt. 7 Flugzeuge und 6 Hubschrauber zur Verfügung.
Die Flotte gehört zum gemeinsamen System zur Bewältigung von Naturkata-strophen (rescEU). Die Löschflugzeuge sind von Kroatien (2), Italien (2), Spa-nien (2) und Frankreich (1) und die 6 Hubschrauber von Schweden in das rescEU eingebracht worden und stehen im Bedarfsfall als EU-Einsatzpotential zur Verfügung. In den nächsten Wochen soll der Bestand weiter aufgestockt werden. Weitere rescEU-Kapazitäten werden im Laufe der Zeit insbesondere im Bereich der medizinischen Notversorgung geschaffen, sowie für Ereignisse
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im Zusammenhang mit chemischen, biologischen, radiologischen und nuklea-ren Katastrophen.
Die rescEU-Kapazitäten sollen immer dann zum Einsatz kommen, wenn die Mit-gliedstaaten nicht in der Lage sind, eine Katastrophe selbst zu bewältigen und zusätzliche Unterstützung durch die EU benötigen. Es handelt sich um ein zu-sätzliches „Sicherheitsnetz“. Ein großer Teil der Betriebs- und Einsatzkosten sowie der Kosten für die Entwicklung der rescEU-Kapazitäten werden durch die EU finanziert. So werden die Transportkosten für die Beförderung eines großen mobilen Lazaretts mit 75% finanziert, ein Bruchteil der Betriebskosten für ein mobiles Lazarett, die sich auf rund 6 Mio. EUR pro Monat belaufen und weitge-hend von der EU finanziert werden.
Wenn sich Katastrophen in Drittländern auf die Hoheitsgebiete der Mitgliedstaa-ten oder EU-Bürgerinnen und -Bürger im Ausland auswirken, kann rescEU ebenfalls mobilisiert werden. Einsatz- und Transportkosten werden dann voll-ständig aus Unionsmitteln finanziert. Die rescEU-Kapazitäten sind Eigentum der Mitgliedstaaten und werden von diesen verwaltet. Über den Einsatz dieser Ka-pazitäten entscheidet die Kommission in enger Zusammenarbeit sowohl mit den Mitgliedstaaten, die das Hilfeersuchen gestellt haben, als auch mit den Staaten, die über die benötigten rescEU-Kapazitäten verfügen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2KfvBMy
➢ Fragen und Antworten https://bit.ly/31ka4b5
➢ Faktenblatt https://bit.ly/2M4ISti
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12. Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden Die Kommission hat Empfehlungen zur Renovierung und zur Modernisie-rung von Gebäuden veröffentlicht.
Damit soll den Mitgliedstaaten die Möglichkeit eröffnet werden, bei der Umset-zung der Richtlinie 2018/844 (EPBD) über die Gesamtenergieeffizienz von Ge-bäuden erhebliche Verbesserungen zu erzielen. Beide Empfehlungen, jeweils mit umfangreichen Anhängen, enthalten Hilfestellung für die Berechnung zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Die Empfehlung
zur Renovierung von Gebäuden vom 8. Mai 2019 bezieht sich auf langfristige Renovierungsstrategien und Finanzierungsmechanismen.
zur Modernisierung von Gebäuden vom 21. Juni 2019 enthält u.a. Leitlinien zur Gebäudeautomatisierung und -steuerung, Inspektionen, und zur Elektromobili-tät/ Ladeinfrastruktur.
Mit diesen Empfehlungen soll ein einheitliches Verständnis zwischen den Mit-gliedstaaten bei der Umsetzung der jeweiligen Maßnahmen der Gebäudeeffi-zienzrichtlinie (EPBD) gewährleistet werden.
➢ Empfehlung vom 8.5.2019 https://bit.ly/2TACqvl
➢ Empfehlungen 21,6,2019 https://bit.ly/2yZvK09
➢ Richtlinie 2018/844 https://bit.ly/2MZHy7t
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13. Emissionen rückläufig Die Emissionen von mehr als der Hälfte der 26 in der EU überwachten Luftschadstoffe sind über mehrere Jahre hinweg rückläufig.
Das zeigt der Bericht der EU Umweltagentur zum EU-Emissionsverzeichnis für den Zeitraum 1990-2017.
Allerdings wurde2017 im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Anstieg bei eini-gen Luftschadstoffen, z.B. Ammoniak und Feinstaub verzeichnet. Der jährliche Emissionsbericht wird im Rahmen des Übereinkommens der Wirtschaftskom-mission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) erstellt. In diesem Bericht werden grenzüberschreitende Luftverunreinigungen weiträumig erfasst. Die Eu-ropäische Umweltagentur (EUA) hat den Bericht in Zusammenarbeit mit den EU-Mitgliedstaaten und der Europäischen Kommission erarbeitet.
➢ Bericht (Englisch, 148 Seiten) https://bit.ly/2YB6zzq
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14. Dürre – Hilfe für Landwirte Die EU bietet zusätzliche Unterstützungen für Landwirte an, die unter der in Europa herrschenden Dürre leiden.
Zusätzlich zu der Unterstützung, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zur Verfügung steht, wurden zwei Beschlüsse gefasst, um den Landwir-ten zu helfen:
• Die Landwirte können höhere Vorauszahlungen erhalten. Zur Verbesserung ihrer Liquidität können sie ab Mitte Oktober bis zu 70% der Direktzahlungen und 85% der Zahlungen für die ländliche Entwicklung in Anspruch nehmen.
• Außerdem werden Ausnahmen von bestimmten Anforderungen im Bereich der „Ökologisierung“ gestattet. Diese betreffen die Anbaudiversifizierung und die Vorschriften für die ökologischen Vorrangflächen auf brachliegen-dem Land.
Andere Ausnahmen von den Ökologisierungsanforderungen könnten ebenfalls ins Auge gefasst werden, damit die Landwirte mehr Flexibilität bei der Erzeu-gung von Futtermitteln erhalten. Die Kommission beobachtet und analysiert ständig die Auswirkungen der Dürre, um aktuelle Informationen über deren Fol-gen für die Landwirte zu verfügen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2YlytQx
➢ Ökologisierungsanforderungen https://bit.ly/2YmhRrZ
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15. Langzeitpflege Termin: 10.09.2019 Innovationen in eine erschwingliche und hochwertige Langzeitpflege werden gefördert, einschließlich häuslicher Pflege und wohnortnaher Dienste.
Förderfähig für das direkt von der Kommission verwaltete Programm sind 80% der Projektkosten, wobei die Laufzeit der Projekte zwischen 24 und 36 Monate betragen soll. Für den aktuellen Aufruf sind 10 Mio. EUR vorgesehen. Mit dem Programm werden folgende Ziele verfolgt:
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• Entwicklung und Erprobung innovativer Ansätze für die Langzeitpflege mit dem Ziel, die Herausforderungen in Bezug auf Zugang, Bezahlbarkeit, Be-schäftigung, Qualität und Tragfähigkeit anzugehen;
• Entwicklung von Modellen für nachhaltige Partnerschaften auf mehreren Ebenen, die die Umsetzung sozialer Innovationen im Bereich der Langzeit-pflege erleichtern würden;
• Nutzung sozialer Innovation bei der Planung und Überwachung der Lang-zeitpflege.
Jeder Vorschlag für eine Maßnahme sollte mindestens auf zwei der drei Ziele abstellen und potenziell ausbaubar sein. In dem Aufruf werden einige Aktivitäten aufgeführt, die für eine Finanzierung in Frage kommen. Vorschläge können bis zum 10. September 2019 u.a. von Behörden oder öffentliche Stellen eingereicht werden.
➢ Aufruf https://bit.ly/2wOJQ3z
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16. eHealth-Experten gesucht Termin 27.9.2019 Die Kommission sucht eHealth-Experten für Digitalisierung des Gesund-heitswesens.
Bis zum 27. September 2019 können sich eHealth-Experten um ihre Teilnahme an der Interessengruppe zur digitalen Transformation der Gesundheitsversor-gung bei der EU-Kommission bewerben. Die Experten sollen bis 2020 helfen, die digitale Transformation von Gesundheit und Pflege im digitalen Binnenmarkt umzusetzen. Die eHealth-Experten sollen Beiträge zu verschiedenen Aspekten der digitalen Transformation der Gesundheitsversorgung in der EU liefern, ins-besondere eine verstärkte Nutzung digitaler Technologien im Gesundheitswe-sen und zum grenzüberschreitenden Zugang zu diesen Daten, aber auch zur künstlicher Intelligenz im Gesundheitswesen sowie zu Cybersicherheit, Daten-schutz und Privatsphäre.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/30uZApn
➢ Aufruf https://bit.ly/2ORpW3y
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17. Kunstrasenplätze Die Kommission plant z.Zt. kein Verbot von Kunstrasenplätzen, aber die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) prüft.
Die Kommission arbeitet nach eigenen Angaben auch nicht an einem Verbots-vorschlag, prüft aber im Rahmen ihrer Kunststoffstrategie, wie die Menge an umweltschädlichem Mikroplastik verringert werden kann. Und in diesem Zusam-menhang führt die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) derzeit u.a. eine öffentliche Konsultation durch (siehe dazu nachfolgend unter eukn 8/2019/18).
In ihrer Pressemitteilung beton die Kommission, dass eine Beschränkung ein Verbot sein kann oder auch andere Vorgaben, um die umweltschädlichen Aus-wirkungen von Mikroplastik zu minimieren. Die Beschränkung kann auch Über-gangsbestimmungen beinhalten, um sicherzustellen, dass betroffene Akteure
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genug Zeit haben, sich an neue Vorgaben anzupassen. Vorsorglich betont die Kommission zugleich, dass sie bei der Ausarbeitung eines Vorschlags sicher-stellen wird, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl wirksam sind, um die Freisetzung von Mikroplastik zu verringern, als auch verhältnismäßig mit Blick auf die gesellschaftlichen Auswirkungen.
Der Bundesrat hatte bereits am 15.März 2019 in einer Entschließung die Bun-desregierung aufgefordert, dass die von der EU-Kommission im Rahmen der Europäischen Strategie für Kunststoffe angekündigten Maßnahmen zur Ein-dämmung der Umweltverschmutzung durch Mikroplastik von Deutschland un-terstützt und dann umgehend umgesetzt werden.
Das VG Stuttgart hat am 19.07.2019 (2 K 4023/19) einen Eilantrag gegen die Genehmigung des Neubaus eines Kunstrasenspielfeldes abgelehnt. Denn ein konkreter Änderungsvorschlag der „REACH-Verordnung“ mit einem möglichen Verbot von Kunststoffgranulaten werde auf EU Ebne erst im Frühjahr 2020 vor-gelegt und eine anschließende Änderung voraussichtlich erst ab dem Jahr 2022 in Kraft treten. Es bestehe keinen Anspruch darauf, dass sich die Stadt, die die Baugenehmigung erteilt hatte, schon heute an mögliches künftiges Recht halten müsse. Das bedeute allerdings auch, dass die Stadt das Risiko eingehe, im Falle eines Verbots nachträglich die Auflage zu erhalten, die bereits verbauten Materialien wieder auszubauen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2SxZ46Y
➢ Bundesrat 15.3.2019 https://bit.ly/2Ozqwmv und https://bit.ly/2TDJGci
➢ VG Stuttgart https://bit.ly/2KiWspT
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18. Kunstrasenplätze – Konsultation Termin: 20.09.2019 Der Einsatz von Mikroplastik-Granulat als Füllmaterial für Kunstrasen ist Gegenstand einer Konsultation.
Gefragt wird, welche Auswirkungen eine mögliche Beschränkung des Einsatzes von Mikroplastik-Granulat hätte, das u.a. als Füllmaterial für Kunstrasen genutzt wird. Die Konsultation endet am 20. September 2019.
Das Bundesumweltministerium hat wegen der teils irritierende Berichterstattung in den Medien zum Sachverhalt Kunstrasenplätze und Mikroplastik in einem Schreiben an den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und den Deut-schen Fußballbund (DFB) am 20. August 2019 den aktuellen Sachstand erläu-tert. Zugleich wurde „dringend empfohlen, dass sich viele Betroffene beteiligen und möglichst umfassende Informationen zur aktuellen Situation vor Ort im Rah-men der öffentlichen Konsultation bei der ECHA einreichen.
Darüber hinaus hat das BMU darum gebeten, zusätzliche Informationen einzu-reichen, um die möglichen Auswirkungen des Beschränkungsvorschlags auf den Betrieb von Kunstrasenplätzen und auf den Sportbetrieb sowie die Notwen-digkeit einer Ausnahme für die Verwendung von Einstreumaterial für Kunstra-senplätze abschätzen zu können (z. B. Anteil der Freisetzung in die Umwelt oder zu den gesellschaftlichen Folgen einer möglichen Beschränkung).
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund macht darauf aufmerksam, dass ein unmittelbares Verbot auf der bestehenden Datengrundlage unverhältnismäßig wäre und sinnvolle Risikomanagementmaßnahmen (z. B. Rinnenfilter mit Sedi-mentationsstrecken an Abläufen, Schmutzfangmatten, Schuhbürsten am Aus-
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gang) und organisatorische Maßnahmen beim Betrieb der Sportplätze (z. B. re-gelmäßige Reinigung der Spielfeldränder, Auffangsiebe) die Freisetzung von Füllstoffen in die Umwelt bereits signifikant vermindern könnten.
Auch der DOSB und DFB haben im Rahmen der Konsultation zum ECHA-Be-schränkungsvorschlag „Mikroplastik“ Stellung genommen und den Sachverhalt wie folgt skizziert: Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat am 11. Ja-nuar 2019 einen Beschränkungsvorschlag gemäß Anhang XV der REACH-Ver-ordnung (1907/2006/EG) veröffentlicht, mit dem das Inverkehrbringen von „be-wusst zugesetztem“ Mikroplastik verboten werden soll. Darunter fällt auch das als Füllstoff („Infill“) verwendete Kunststoffgranulat für Kunststoffrasensysteme. Das Verbot soll nach derzeitigem Stand bereits 2021 in Kraft treten. Wörtlich: Im Ergebnis unterstützen DOSB und DFB „grundsätzlich die Ziele des Be-schränkungsvorschlages der ECHA.“
➢ Konsultation (Englisch) https://bit.ly/2L39cRN
➢ Umweltministerium VOM 20.8.2019 HTTPS://BIT.LY/2HMB7QQ
➢ Positionen DOSB und DFB: vom 14. Mai 2019 https://bit.ly/323VMvT
➢ Stellungnahmen an die ECHA https://bit.ly/30TfPMT
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19. Mikroplastik im Trinkwasser – Entwarnung Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Mikroplastik im Trinkwas-ser derzeit nicht als Gefahr für die menschliche Gesundheit ein.
Nach einer Pressemitteilung vom 22. August 2019, der eine Analyse der neu-esten Erkenntnisse über Mikroplastik in Trinkwasser zugrunde liegt, wird „Mik-roplastik mit einer Größe von mehr als 150 Mikrometern wahrscheinlich nicht im menschlichen Körper absorbiert, und die Aufnahme kleinerer Partikel wird vo-raussichtlich begrenzt sein. Die Absorption und Verteilung sehr kleiner Mikro-plastikpartikel, einschließlich im Nanogrößenbereich, kann jedoch höher sein, obwohl die Daten äußerst begrenzt sind.“ Aufgrund der vorliegenden begrenz-ten Informationen scheinen Mikroplastiken im Trinkwasser derzeit kein Gesund-heitsrisiko darzustellen, erklärt die WHO in der Pressemitteilung. Gleichzeitig ruft die WHO zu mehr Forschung im Bereich Mikroplastik auf und zu einer wei-teren Bewertung der Mikroplastik in der Umwelt, ihre möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit, sowie zur Eindämmung der Kunststoffver-schmutzung. Wörtlich:“ Weitere Forschungen sind erforderlich, um eine genau-ere Einschätzung der Exposition gegenüber Mikroplastiken und ihrer möglichen Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu erhalten. Dazu gehören die Entwicklung von Standardmethoden zur Messung von Mikroplastikpartikeln in Wasser; weitere Studien zu Quellen und Vorkommen von Mikroplastik in Süß-wasser und die Wirksamkeit verschiedener Behandlungsverfahren.“
➢ Pressemitteilung WHO (Englisch) https://bit.ly/30pAg4a
➢ Analyse (Englisch, 124 Seiten) https://bit.ly/30pAg4a
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20. Terrorismusbericht 2018 Die Bedrohung durch den Terrorismus hat 2018 nicht abgenommen, son-dern ist komplexer geworden.
Zwar sind im Vergleich zu 2017 die Anzahl der Angriffe und die Zahl der Opfer deutlich gesunken. Die Anzahl an vereitelten dschihadistischen Terroranschlä-gen hat jedoch deutlich zugenommen. Das zeigt der am 27. Juni 2019 von Eu-ropol für das Jahr 2018 veröffentlichte „Situations- und Trendbericht zu terroris-tischen Vorfällen und Aktivitäten in der EU“. Danach
• kamen dreizehn Menschen bei Terroranschlägen in der EU ums Leben;
• meldeten die EU-Mitgliedstaaten 129 vereitelte, gescheiterte und „erfolgrei-che“ Terroranschläge (2017; 205);
• wurden in der EU 1.056 Personen wegen des Verdachts auf terroristische Straftaten festgenommen (2017: 1 219);
• gelang es dem IS, trotz Verringerung des eigenen Territoriums, seine On-line-Präsenz vor allem dank inoffizieller Unterstützernetzwerke und Pro-IS-Medien aufrechtzuerhalten;
• blieb die Zahl der rechts- und linksextremistischen Anschläge und Verhaf-tungen relativ gering und beschränkte sich auf wenige Länder. Die Zahl der Verhaftungen im Zusammenhang mit Rechtsterrorismus blieb zwar relativ niedrig, stieg jedoch stark an und verdoppelte sich das zweite Jahr in Folge.
Der Bericht bietet auch einen Überblick über die terroristische Situation außer-halb der EU, u.a. in Konfliktgebieten wie Afghanistan, Irak, Libyen und Syrien, aber auch in Amerika, Australien, Russland und Zentralasien, Westafrika und Südasien.
➢ Pressemitteilung (Englisch) https://bit.ly/2X2EWu9
➢ Bericht (Englisch, 82 Seiten) https://bit.ly/2FGW6Yq
➢ Webseite (Englisch) https://bit.ly/2z8MHpY
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21. Geldfälschungsrichtlinie Die EU Richtlinie gegen Geldfälschungen vom 15. Mai 2014 hat sich be-währt.
Zu diesem Ergebnis kommt die Kommission in einem Bericht vom 9.Juli 2019 über die Richtlinie zum strafrechtlichen Schutz des Euro gegen Fälschungen (2000/383/JI). Insgesamt bietet die Richtlinie einen Mehrwert für die EU, da sie den strafrechtlichen Schutz nicht nur des Euro, sondern auch anderer Währun-gen gegen Fälschung durch erweiterte Bestimmungen über das Strafmaß, die Ermittlungsinstrumente und die Analyse, Identifizierung und Aufdeckung mut-maßlich gefälschter Euro-Banknoten und -Münzen im Laufe von Gerichtsver-fahren erhöht. Mitgliedstaten müssen allerdings effizienter und einheitlicher ge-gen Geldfälschung vorgehen. Der Bericht zeigt aber, dass es derzeit nicht er-forderlich ist, die Richtlinie zu überarbeiten, ihre Anwendung aber verbessert werden sollte. Im Allgemeinen wurden die meisten Bestimmungen der Richtlinie von der Mehrheit der Mitgliedstaaten umgesetzt, wenn auch fast alle Mitglied-staaten unterschiedliche Probleme bei der Umsetzung einer oder mehrerer Bestimmungen haben.
➢ Bericht https://bit.ly/2Hkg6kC
➢ Richtlinie https://bit.ly/2MvVpq4
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22. Desinformation – Aktionsplan Die Kommission hat eine erste Bilanz zur Umsetzung des Aktionsplans gegen Desinformation vorgelegt.
Nach diesem Bericht vom Juni 2019 waren die Wahlen zum Europäischen Par-lament zwar nicht frei von Desinformationen. Es konnten aber keine Indizien für das Kursieren einer speziell auf die Europawahlen ausgerichteten Desinforma-tionskampagne gefunden werden. In einer ausführlichen Presseerklärung vom 14. Juni 2019 wird von der Kommission insoweit ausdrücklich hervorgehoben, dass die Maßnahmen der EU – gemeinsam mit zahlreichen Journalisten, Fak-tenprüfern, Plattformen, nationalen Behörden, Forschern und der Zivilgesell-schaft – dazu beigetragen haben, Angriffe auf die Europawahl zu verhindern und aufzudecken. Die Kommission hat u.a.
• ihre Fähigkeit, Desinformation zu erkennen und zu bekämpfen, ausgebaut, und zwar mit der Taskforce für strategische Kommunikation und der EU-Analyseeinheit für hybride Bedrohungen im Europäischen Auswärtigen Dienst;
• mithilfe eines freiwilligen Verhaltenskodex zur Bekämpfung von Desinforma-tion mit Online-Plattformen und der Industrie zusammengearbeitet, um die manipulative Nutzung ihrer Dienste zu verhindern;
• den Aufbau von Wahlkooperationsnetzen auf EU- und nationaler Ebene mit Verbindung zum Frühwarnsystem verbessert.
Die Kommission hat zudem angekündigt, noch in diesem Jahr die Wirksamkeit des Verhaltenskodex zu bewerten und ggf. auf dieser Grundlage weitere Maß-nahmen zur Verbesserung der langfristigen Reaktionsfähigkeit vorzuschlagen.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/2KzHrkH
➢ Bericht (Englisch, 11 Seiten) https://bit.ly/2WK7Js9
➢ Aktionsplan (Englisch) https://bit.ly/2QzeuJt
➢ Faktenblatt (Englisch, 4 Seiten) https://bit.ly/2ZsccN1
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23. Hauspreise 2019 In Deutschland lag die Steigerung der Hauspreise über dem EU Durch-schnitt.
Sie betrugen nach den Erhebungen von Eurostat im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal in Deutschland 5% und in der EU 4%. Von Deutschlands unmittelbaren Nachbarstaat lagen die Steigerungen auch in Polen (8,1%), Tschechien (9,4%), Österreich (4,2%), Luxemburg (6,9%) und den Niederlanden (8,2%) über, und in Dänemark (1,9%) und Frankreich (2,9%) unter dem EU Durchschnittswert.
➢ Pressemitteilung https://bit.ly/31kCkdZ
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24. Europäische Woche der Regionen und Städte Termin: 27.9.2917 Anmeldungen zur Teilnahme an der Europäischen Woche der Regionen und Städte sind bis zum 27.September 2019 möglich.
Die Europäische Woche (ehemals Open Days) findet vom 07. bis 10. Oktober 2019 in Brüssel statt. Die Veranstaltungssprache ist Englisch. Die Veranstal-tung umfasst 100 Arbeitssitzungen, Ausstellungen und Vernetzungsaktivitäten, zu denen etwa 6.000 Teilnehmer sowie Redner und Journalisten erwartet wer-den.
➢ Programme https://bit.ly/2JaKZGp
➢ Anmeldung https://bit.ly/32W38ma